/ Wort zum Tag

Jesaja 40,2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist."

Jesaja 40,2

Es reicht! Die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig schreibt in ihrem Buch ( „Das Ende der Geduld“): „Wenn wir nicht rasch und konsequent handeln, … werden wir den Kampf gegen die Jugendgewalt verlieren.“  Die Gewalttäter werden immer jünger, immer skrupelloser, haben immer weniger Respekt vor Autoritäten. Und die Gesellschaft? Sie wirkt immer hilfloser im Umgang mit ihnen. Auch ich bin fassungslos und hilflos:  wenn ich z.B. im Fernsehen sehe, wie Jugendliche auf einen Menschen eintreten, der einfach nur auf einem U-Bahnhof auf den nächsten Zug wartet. Oder wenn mir ein befreundeter Busfahrer erzählt, dass er beim Nachtdienst ins Gesicht geschlagen wurde, bloß weil er Fahrgäste darum gebeten hat, die Fahrscheine vorzuzeigen.
Es reicht! Strafen müssen sein. Menschen brauchen Grenzen. Das ist heute so, und das war früher so, auch beim Volk Israel.
In der Bibel wird davon erzählt, dass ein ganzes Volk sich gegen die Grenzen auflehnt, die Gott gesetzt hat. Anstatt dass sie Gott anbeten, wenden sie sich anderen Göttern zu. Anstatt dass sie nach Gottes Geboten leben, legen sie sich ihre eigenen Gesetze zurecht. Bis Gott sagt: es reicht! Er lässt es zu, dass der babylonische König Nebukadnezar das Volk Israel besiegt und in die babylonische Gefangenschaft führt.

Mehr als 100 Jahre vorher warnt der Prophet Jesaja sein Volk schon vor diesem „Es reicht!“ Aber – er hört noch mehr. Er hört ein weiteres „es reicht!“: Es reicht mit der Strafe! Die Strafe wird ein Ende haben! Sie werden aus Babylon wieder in ihre Heimat zurückkehren. Gott wird einen Neuanfang mit ihnen machen.
Was für eine Zusage! Noch bevor die Gefangenschaft überhaupt beginnt, spricht Gott schon über die Zeit nach der Entlassung.
Was hieße das übertragen auf die jugendlichen Straftäter heute? Kann ich mir vorstellen, dass jemand, noch bevor das Gerichtsverfahren eröffnet wird, zu einem Jugendlichen sagt: Pass mal auf: durch diesen Prozess musst du jetzt durch. Was du gemacht hast, war zu schlimm. Die Konsequenzen dafür musst du tragen. Aber du wirst auch wieder aus dem Gefängnis entlassen. Und wenn du dich dann an mich hältst, dann sorge ich dafür, dass du noch ein wunderbares Leben führen wirst!
Kirsten Heisig konnte sich so etwas vermutlich nicht vorstellen. Sie hat den Freitod gewählt. Es gibt Stimmen, die sagen, sie habe die Situation an den Gerichten, mit den Jugendlichen, mit den Strukturen unserer Gesellschaft nicht mehr ausgehalten.

Ich kann mir so jemanden vorstellen – ich kenne den, der sagt: Es reicht! Strafe soll ein Ende haben! Schuld soll vergeben sein! Für jugendliche Straftäter und auch für mich!
Danke, Gott!


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