/ Wort zum Tag

Lukas 11,1

In den Evangelien wird oft davon erzählt, dass Jesus betete. Manchmal musste er sich dazu dem Andrang um sich herum entziehen, um Ruhe zum persönlichen Gebet zu finden. ,,Er aber zog sich zurück in die Wüste und betete,” berichtet zum Beispiel der Evangelist Lukas.
Dass Jesus betete, blieb seinen Jüngern nicht verborgen. Und das wollten sie auch gerne von ihm lernen. Und so bat ihn eines Tages einer seiner Jünger: ,,Herr, lehre uns beten.”
Und Jesus schenkte ihnen das Gebet, das bis heute Christen für sich persönlich und gemeinsam mit anderen sprechen. Dieses Gebet ist so etwas wie ein Mustergebet geworden, das ergänzt und verändert werden kann. Wir nennen es das ,,Vater unser”.
Martin Luther hat dazu gesagt: ,,Gott will uns damit locken, dass wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, auf dass wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater.”
Und in diesem Gebet wird alles benannt, was in der Beziehung zu Gott, unserem himmlischen Vater, unser persönliches Leben und unsere Beziehung zu unseren Mitmenschen wichtig ist.
In meiner Beziehung zu Gott ist für mich wichtig, dass ich mich ihm bewusst zuwende und seinen Namen nicht als leere Floskel gebrauche oder missbrauche. Er ist mein himmlischer
Vater, an den ich mich jederzeit vertrauensvoll wenden kann. Mit einem fröhlichen ,,Danke”
genauso wie mit einem erwartungsvollen „Bitte”, mit einem jubelnden ,,Halleluja” genauso
wie mit einem bedrückten „Ich bin am Ende.” Mein Vater im Himmel weiß, was ich brauche,
was mir gut tut.
Bei Gott darf ich jederzeit anklopfen, wie ein Bettler, der Hilfe braucht —  denn: Er lässt mich nicht vor verschlossener Tür stehen. Ihm bin ich auch als Bettler willkommen. Er wimmelt mich nicht mit billigen Sprüchen ab, wie das unter uns manchmal geschehen kann: ,,Du musst dich nur mehr anstrengen...”- „Du musst nur fleissiger beten...” - ,,Du musst nur mehr verschiedene Sachen ausprobieren...”
Spüren wir, was das für brutale, hartherzige Sätze sind, wenn wir verzweifelten, angefochtenen Menschen sagen: ‚,Du musst nur mehr beten, dann wird alles in Ordnung gehen.” Die enttäuschte Beterin, der enttäuschte Beter brauchen andere Sätze, Sätze von der Güte und Treue Gottes, die das Herz wieder für Gottes Gegenwart in ihrer dunklen Situation öffnen.
Wir bitten darum jetzt Gott: All unsere Sorgen befehlen wir in deine Hand, damit wir sie loslassen können. Wir sehnen uns nach deinem Frieden für uns selbst und für alle Menschen, die unter Unfrieden leiden. Sei mit deinem Geist des Friedens dort, wo Menschen sich hassen und verachten und aufgestachelt werden zu bösen und grausamen Taten. Zerbrich den Kreislauf der Gewalt und lass die Menschen den Weg deines Sohnes Jesus Christus finden, der zur Versöhnung führt und zur Achtung der Würde jedes Menschen.
Wir bitten dich für uns selbst: Lass unser ganzes Leben in deinen Händen aufgehoben sein.
Mache dein Wort unter uns lebendig, damit wir uns sammeln als die Gemeinde, die deiner
Stimme folgt. Lass dein Reich unter uns anbrechen. Wir loben deinen Namen. Amen
 

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