/ Wort zum Tag

2. Mose 4,12

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"So geh nun hin: Ich will mit deinem Munde sein und dich lehren, was du sagen sollst."

2. Mose 4,12

So etwas kommt selten vor: Da wird einem ein Traumjob angeboten, und er windet sich und sucht nach Gründen, warum gerade er für diese Aufgabe nicht geeignet sein könnte. Bei Mose ist es so gewesen. Er brachte eigentlich alle Kompetenzen mit, die einer braucht, um einen so anspruchsvollen logistischen Großauftrag zu erfüllen. Er sollte nämlich ein ganzes Volk von A nach B bringen: A wie "Ägypten" und B wie "Kanaan". Von seiner Biographie her passte das absolut zu ihm: Mose, selbst Israelit, war am Königshof wie ein Prinz aufgewachsen. Natürlich konnte er lesen, schreiben, rechnen, organisieren. Er verstand etwas von Kriegsführung, von Strategie und Taktik. Und er hatte Verbindungen bis hinauf zum König persönlich. Man kannte sich. Ihn wollte Gott einsetzen, damit sein Volk Israel endlich in Freiheit leben konnte, eben in Kanaan. Aber Mose fand Ausreden, zum Beispiel die, er hätte "eine schwere Sprache und eine schwere Zunge".  Ob er vielleicht gestottert hat? Oder einfach nicht vor mehr als drei Leuten reden konnte? Gott sah das anders: "Der HERR sprach zu Mose: Geh nun hin: Ich will mit deinem Munde sein und dich lehren, was du sagen sollst." Wen Gott für eine Aufgabe beruft, den beschenkt er dafür auch mit Gaben – oder mit Leuten, die ihm dabei helfen können.

Es wird Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, und auch mir kaum passieren, dass wir ein ganzes Volk leiten sollen. Aber ohne Reden geht es bei uns hin und wieder auch nicht. Manchmal denke ich nach einem Gespräch: „Wie dumm, dass mir das nicht vorher eingefallen ist – dieses Argument, dieses Lob, dieser Bibelvers?“ Wie kann ich einen Menschen ganz in meiner Nähe nach einer Enttäuschung wieder aufbauen? Wie mache ich einer Mitarbeiterin klar, dass sie da, wo sie jetzt ist, nicht am richtigen Platz ist? Wie finde ich gute Argumente im Gespräch mit jemand, an dessen Gottvertrauen der Zweifel nagt wie der Biber an einem Baumstamm? Wie finde ich die richtigen Worte?

Jesus, der vorausgesehen hat, dass Christinnen und Christen in die Lage kommen werden, sich für ihren Glauben verantworten zu müssen, hat gesagt (Matthäus 10,19f): "Sorgt nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden … Nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet." Das gibt uns eine große Portion an Unbekümmertheit! Wir können uns gut vorstellen, wie sich Christen in Gefängnissen auch gerade jetzt, in dieser Minute, auf Verhöre vorbereiten und nach den richtigen Worten suchen – in Nordkorea, in Syrien, im Irak. Ehrlich soll es sein und mutig, aber doch nicht verwegen und provokativ. Wir können nur für sie und für uns bitten: "Herr, gib' mir heute die richtigen Worte im richtigen Moment!"


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