/ Wort zum Tag

2. Thessalonicher 2,16-17

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Er aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort."

2. Thessalonicher 2,16-17

Trösten ist eine hohe Kunst. Die Seele will sich nicht immer trösten lassen. Es gibt Situationen, da beginnt jemand plötzlich laut zu schluchzen. Ein anderer legt den Arm um dessen Schulter und bekommt ein „Lass mich !“ zuhören. „Lass mich in Ruhe!“

Sollen wir es lassen? Obwohl, wo Trost zurückgewiesen wird, zeigt sich ja nur noch einmal, wie verletzlich wir in unserem Kummer sind und wie einfühlsam Trost sein muss. Trost, der ankommt und auch angenommen wird.

Trost ist eine Hilfe, die sich niemand selbst geben kann. Doch genau diese Hilfe von außen macht es so schwer. Sich einzugestehen: ich bin bedürftig und ich verzichte darauf, nach Trostersatzmittel zu greifen. Wer meint, die Wahl zu haben, hat auch die Qual, die Nebenwirkungen.

Trösten ist eine hohe Kunst. Im Trostbedürftigen und im Trostspender gibt es eine Menge Hindernisse zu überwinden. Zum Beispiel: zu schnell helfen zu wollen. Zu schnell wissen wollen, was einem anderen fehlt. Zu sicher sein, dass ein anderer unsere Hilfe will bzw. was er will.

Oft ist dem Helfer zu wenig bewusst, dass die Hilflosigkeit im anderen überspringen kann, so dass wir mit der eigenen Angst mehr beschäftigt sind als mit der des anderen. Möglicherweise ist das schon alles, was ein anderer bei uns sucht oder wir bei anderen: dass wir in unserem Kummer angenommen und verstanden sind. Dass es ein Aushalten gibt.

Wer mit uns aushält, dem vertrauen wir uns eher an, wenn es um Lösungen geht. Trost fließt, wo Partei ergriffen  wird, die der Liebe entspringt. Zumindest eine „Kurzzeitparteilichkeit“, Beistand, Fürsprache.

Trösten ist eine Gotteskunst, meint Paulus. Er sagt: „Unser Herr Jesus Christus und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort“. Das schreibt Paulus in seinem 2. Brief an die Thessalonicher, Verse 16 und 17.

Er nimmt auf, was wir mit Trost meinen und erleben, und gibt uns damit einen Begriff, mit dem wir Gottes Dasein für uns auf den Punkt bringen können.

Gottes Trost ist noch mehr als Kurzzeitparteilichkeit. Er hat Ewigkeitsdynamik. Er ist österlich. Trost lässt aufstehen. Gottes Trost lässt auferstehen. Gottes Liebe hält neben uns aus. Wir sehen Gott in Jesus Christus neben uns verharren. Immer und immer wieder vergewissert er uns, was Paulus in einem Atemzug hier nennt: unser Herr Jesus Christus und Gott, unser Vater, nicht irgendwo, weit weg, sondern neben uns. Nicht steckengebliebener Trost, sondern unsere Sache zu seiner eigenen gemacht, unseren Tod zu seinem Tod.

Jesus ist nicht geflohen vor unserer Angst. Er zeigt ganze Teilnahme an unserem Ergehen. Er versteht uns darin mehr als wir uns selbst. Es wächst in uns das Vertrauen mitten in den Widersprüchen des Lebens.

Paulus gebraucht ein Wort für Trost, das tiefgründig ist. Es führt Ermuntern mit sich - und auch das Ermahnen, das Lösungen in Aussicht stellt.

Hoffnung, nicht nur tröstende Umarmung, sondern jubelnder Tanz. Dahin führt uns Gottes ganzer österlicher Einsatz.


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