/ Wort zum Tag

5. Mose 14,2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott, und der HERR hat dich erwählt, dass du sein Eigentum seist, aus allen Völkern, die auf Erden sind.

5. Mose 14,2

Ein heiliges Volk – das klingt sehr anspruchsvoll, finde ich. Fast ein bisschen abgehoben. Wer ist denn heilig? Und was ist überhaupt damit gemeint? Wir reden manchmal von einem heiligen Schauer, der uns überläuft. Zum Beispiel in der besonderen Atmosphäre einer Kathedrale. Oder wir sagen, dass uns eine Sache heilig ist. Dann meinen wir: Da lassen wir nicht dran rütteln. Darüber verhandeln wir nicht. Manchmal sagen wir auch entschuldigend: Wir sind halt keine Heiligen. Das heißt: Wir sind Menschen. Wir haben Fehler, und wir machen Fehler. Wir sind nicht perfekt.

Heilig ist in der Bibel zuerst mal Gott selbst. Denn Gott ist wirklich vollkommen. Er ist der Allmächtige. Er braucht mit niemandem zu verhandeln. Wir können uns ihm nur in tiefer Ehrfurcht nähern.

Heilig ist in der Bibel aber auch das, was Gott gehört. Dieser Gott bleibt in seiner Heiligkeit nicht bei sich. Er geht auf Menschen zu. Er sucht unsere Nähe. Das geschieht an besonderen Orten und durch besondere Dinge, die dann auch heilig genannt werden. Der Tempel ist heilig wie auch alles, was sich darin befindet. Sein Bau bildet die Herrlichkeit Gottes ab. Opfertiere dürfen keinen Makel haben, weil Gott vollkommen ist. An bestimmten Dingen dieser Welt sollen wir das wahrnehmen, was nicht von dieser Welt ist.

Gott stellt den Kontakt zu uns auch durch Menschen her, die dafür einen besonderen Auftrag haben. Im alten Israel waren das zunächst die Priester. Sie leiteten den Gottesdienst und brachten stellvertretend für alle die Opfer dar. Sie waren keine Heiligen, sondern fehlbare Menschen wie alle anderen auch. Deshalb mussten sie sich für ihren Dienst heiligen. Mit anderen Worten: Gott lieh ihnen von seiner Heiligkeit. Er machte sie fähig, ihm nahe zu sein und Menschen eine Brücke zu ihm zu bauen.

Nach dem Alten Testament hat das ganze Volk Israel eine solche Aufgabe gegenüber den anderen Nationen. Manche empfinden es als ungerecht, dass Gott ein bestimmtes Volk erwählt hat. Will Gott etwa nur einige, und die anderen interessieren ihn nicht? Nein, Gott will alle. Und die er erwählt hat, sollen den anderen sagen und zeigen, was für ein großer Gott er ist. Erwählung ist nicht als Bevorzugung, sondern vor allem als Beauftragung zu verstehen.

Gott hat die Erwählung Israels nie widerrufen. Aber er hat in Jesus einen Neuen Bund gemacht. Auch die, die nicht zu Israel gehören, können ihn nun als Gott erkennen und anbeten. Deshalb werden im Neuen Testament auch die Christen ein heiliges Volk genannt. Nicht, weil sie etwa perfekt wären. Das sind wir bestimmt nicht. Aber Christen gehören Gott. Und das, was Gott gehört, ist heilig. Deshalb dürfen auch wir uns mit Recht Heilige nennen.


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