/ Wort zum Tag

Römer 5,5

Bibelvers

"Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist."

Römer 5,5

Theodor Fontane hat gesagt: „Leben heißt Hoffnung begraben“. Was sagen Sie? Wie sieht es mit der Hoffnung aus? Als Deutsche sind wir bekanntlich in Sachen Hoffnung keine Weltmeister. Wir sind zwar eines der reichsten Länder der Erde, aber auf der Zufriedenheits-Skala und, wenn es um Hoffnung geht, landen wir irgendwo in den unteren Rängen.
Dabei kann kein Mensch und kein Volk auf Dauer ohne Hoffnung leben.
Der Schweizer Theologe Emil Brunner hat einmal geschrieben: "Was der Sauerstoff für die Lunge, das bedeutet die Hoffnung für die menschliche Existenz. Nimm den Sauerstoff weg, so tritt der Tod durch Ersticken ein. Nimm die Hoffnung weg, so kommt die Atemnot über den Menschen, die Verzweiflung heißt, die Lähmung der seelisch geistigen Spannkraft durch ein Gefühl der Nichtigkeit, der Sinnlosigkeit des Lebens. Der Vorrat an Sauerstoff entscheidet über das Schicksal der Organismen, der Vorrat an Hoffnung über das Schicksal der Menschheit.“
Wieviel Hoffnungsvorrat haben wir? Da wird eine Krankheit immer schlimmer, man hofft, aber die Heilungschancen schwinden. Da hofft jemand auf bessere Beziehungen in der Familie, aber es wird nur noch verkrusteter. Da erhofft jemand ein frohes Alter, aber die Kräfte lassen nach und die Kreise werden enger. Heißt Leben „Hoffnung begraben?“
Paulus sieht das anders.

Das Bibelwort für heute steht im Brief des Paulus an die Römer Kapitel 5 Vers 5: „Hoffnung lässt nicht zuschanden werden.“ Oder anders übersetzt: Die Hoffnung, die wir haben, wird uns nicht enttäuschen.
Ich frage zurück: Bitte, welche Hoffnung meinst du, Paulus? Und er erklärt es im Römerbrief: Die Hoffnung, die wir haben, kommt von Jesus Christus. Er bringt unser Leben in Ordnung. Er bringt uns Freiheit. Er bringt uns Frieden mit Gott. Dafür hat er sich eingesetzt. Dafür hat er mit seinem Leben bezahlt. Und weil wir – so argumentiert Paulus weiter – weil wir Frieden mit Gott haben, darum haben wir auch Hoffnung. Denn der Friede mit Gott ist ja nicht Vergangenheit. Er ist auch nicht nur Gegenwart. Er ist auch morgen und übermorgen da. Christus ist auch in Zukunft da, auch dort, wohin wir gehen, wenn wir einmal aus diesem Leben gehen müssen. Wir haben, so schreibt Paulus, - wir haben die Hoffnung, dass Gott uns an seiner Herrlichkeit teilhaben lässt. Das ist der weite Horizont der Hoffnung, den uns Jesus eröffnet.
Von einem Missionar - er hieß ausgerechnet Hoffmann und er lebte unter den Papua in Neuguinea - von ihm wird folgendes erzählt: Er wollte mit den Eingeborenen sprechen und ihnen das Evangelium erklären. Dazu suchte er in der dortigen Sprache lange vergebens nach einem Wort für "Hoffnung", aber er fand kein passendes. Da starb eines seiner Kinder, und als Hoffmann am Grab stand, da kam ein Eingeborener und fragte teilnahmsvoll: "Werdet ihr jetzt weggehen?" "Nein", antwortete Hoffmann, und er erklärte dem Eingeborenen, dass er auch um seine anderen Kinder keine Angst habe. "O", sagte der dann, "o, was seid ihr Christen für Menschen. Ihr habt andere Herzen als wir, aber nicht wahr, ihr könnt durch den Horizont sehen.“
Da leuchtete es in dem Missionar auf: "Das ist Hoffnung", dachte er: durch den Horizont sehen. Das ist das richtige Wort.

Nein, Leben heißt nicht Hoffnung begraben. Wir Christen feiern Ostern. Ein Leben in der Verbindung mit dem auferstandenen Christus heißt: Hoffnung behalten, auch in dunklen Zeiten. Das gilt für heute und für jeden neuen Tag.

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