/ Wort zum Tag

Ruth 2,12

Bibelvers

"Der HERR vergelte dir deine Tat, und dein Lohn möge vollkommen sein bei dem HERRN, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest."

Ruth 2,12

Das Bibelwort erinnert mich an Rut die Moabiterin, eine Heidin und Witwe, die mit ihrer Schwiegermutter Naomi nach Bethlehem kam. Schauen wir zuerst auf Rut‘s Entscheidung.
Was hat die Rut bewogen, ihre Heimat zu verlassen und in ein für sie fremdes Land zu ziehen? Im Umgang mit ihrer Schwiegermutter hatte sie in ihrem Herzen einen festen Entschluss getroffen. Israel, das Volk Gottes, sollte auch ihr Volk sein, und Israels Gott ihr Gott.
Sie hat das Bekenntnis abgelegt: »Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott«.
Boas, ein Verwandter der Familie, stellte ihr das schöne Zeugnis aus: »Du bist gekommen zu dem Herrn, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest«. Wer hat ihr das ins Herz gegeben, dass sie, die Fremde, zum Volk Gottes und zu dessen Gott gehören wollte? Martin Luther sagt: »Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben noch zu ihm kommen kann, sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, ... und im rechten Glauben geheiligt und erhalten«. Gott hat die Rut hineingenommen in seinen Plan. Sie wurde die Urgroßmutter Davids. Von David geht dann die Geschlechterfolge weiter bis zu Jesus, der in Bethlehem geboren wurde. »Du bist gekommen zu dem Herrn ...«
Sind Sie auch schon zu Jesus und zu denen, die an ihn glauben, gekommen? Können Sie mit dem Apostel Thomas sprechen: »Mein Herr und mein Gott«?
Was hat Rut bei diesem Herrn gefunden? Der Text sagt: »... dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest«. Zuflucht unter seinen Flügeln ist ein Bildwort. Es gefällt mir, dass die Bibel oft an alltägliche Dinge anknüpft, um uns geistliche Wahrheiten zu erschließen. Ich beobachtete mal eine Henne mit ihren Küken. Plötzlich piepste ein Küken kläglich. Ein
Brett war auf die Seite gekippt und klemmte das Küken ein. Ich wollte es befreien, aber da kam die Henne auf mich zu. Sie meinte wohl, ich sei der Verursacher der Not. Schnell hatte ich das Brett gehoben. Das Küken war frei und unverletzt. Das Bild hat Jesus auch gebraucht, wenn er zugesagt hat: »Jerusalem ... wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!
-Siehe euer Haus wird euch wüst gelassen werden« (Matth. 23,37). Zuflucht unter seinen Flügeln meint Schutz und Geborgenheit zu finden und deshalb immer wieder zuversichtlich zu sein. Da ist es von großer Bedeutung ob mein Leben die Überschrift trägt: »Du bist gekommen« oder »ihr habt nicht gewollt«.
Meine Mutter hat abends mit uns Kindern manchmal gesungen: »Breit aus die Flügel beide, o Jesu meine Freude und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, so lass die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein«. Das bedeutet natürlich nicht, dass Menschen, die zu Jesus gehören von Not und Leid verschont bleiben. Aber Gott bewahrt und segnet auch im Leid. Der König Hiskia hat in einer schweren Krankheit Zuflucht bei Gott gesucht und konnte dann bekennen: »Siehe zum Heil ward mir bitteres Leid. Du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe, denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück« (Jesaja 38,17).
Das ist die tiefste Geborgenheit - die Vergebung der Sünden, der Schutz vor Tod, Gericht und der Macht der Finsternis.
Paul Gerhardt hat das so gesagt:
Nichts, nichts kann mich verdammen,
nichts nimmt mir meinen Mut,
die Höll und ihre Flammen
löscht meines Heilands Blut.
Kein Urteil mich erschrecket,
kein Unheil mich betrübt,
weil mich mit Flügeln decket
mein Heiland, der mich liebt.

 

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