/ Wort zum Tag

Haggai 1,14

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Und der HERR erweckte den Geist Serubbabels, des Sohnes Schealtiëls, des Statthalters von Juda, und den Geist Jeschuas, des Sohnes Jozadaks, des Hohenpriesters, und den Geist aller Übrigen vom Volk, dass sie kamen und arbeiteten am Hause des HERRN Zebaoth, ihres Gottes..."

Haggai 1,14

Was ist das? Erweckung im Volk Gottes?

Ja, war das denn nötig? Ist nicht Erweckung nur bei den Menschen nötig, die Gott noch nicht kennen? Wieso braucht auch Gottes Volk Erweckung? Was war los in Israel?

Der Prophet Haggai redet davon, dass das Volk Gottes mit dem Vertrauen auf Gott auch die große Perspektive verloren hat.

Erst wenige Jahre zuvor war ein Rest der Israeliten aus der Verbannung zurückgekehrt, um den Tempel Gottes in Jerusalem wieder aufzubauen. Voller Enthusiasmus und Aufbruchsstimmung hatten sie sich an dieses große Werk gemacht. War doch der Tempelbau d a s Zeichen dafür, dass Gott seinem Volk vergeben hatte und wieder in ihrer Mitte war. Ein neuer Bund trotz der Untreue Israels. Gott wieder täglich erfahrbar im eigenen Land! Freude und Hoffnung erfüllten die Zurückgekehrten und motivierten sie, die große Aufgabe anzupacken.

Aber dann hatten die Angriffe begonnen. Die Volksgruppen im Land fühlten sich provoziert und bedroht. Sie spotteten über den Gott, der nicht in der Lage gewesen war, sein Volk vor den Feinden zu schützen und machten den Israeliten die Arbeit so schwer wie möglich.

Die Israeliten ließen sich entmutigen. Hatten sie Gott missverstanden? War er wirklich da und würde er seine Ankündigung tatsächlich wahr machen? Zuversicht und Enthusiasmus ließen nach. Zweifel an Gott erhoben sich. Die große Perspektive ging verloren. Anstelle des Tempels bauten die Israeliten jetzt ihre eigenen Häuser.

Aber so leicht lässt Gott sich nicht auf ein Abstellgleis schieben.

In Haggai 1 lesen wir, wie er sein Volk aufrüttelt. In unseren Worten würde es etwa so klingen: „Mein Volk, du hast die Orientierung verloren! Erkennst du nicht, was geschieht? Ihr wendet all eure Kraft auf, um euch selbst zu versorgen. Ihr rennt und arbeitet und habt doch nichts davon. Selbst das, was zunächst wie Erfolg aussieht, zerrinnt euch zwischen den Fingern. Dafür habe ich gesorgt! Ich lasse euch spüren, dass all eure Mühe euch nichts einbringt, damit ihr erkennt, dass ihr die erste Liebe verlassen habt. Erinnert euch: i h r baut mein Haus – das ist euer Auftrag. Und m e i n e  Aufgabe ist es für euch zu sorgen. Ihr aber habt meine große Zukunft aufgegeben und gebt euch stattdessen mit euren kleinen menschlichen Zielen zufrieden. Ihr gebt alles für das, was ihr für Erfolg haltet. Aber d i e s e Mühe ist völlig vergeblich. Ihr rennt und rennt und findet nicht, was ihr sucht. Haltet an! Ändert die Richtung! Baut mein Haus! Arbeitet daran, sichtbar zu machen, was ich versprochen habe! Trachtet zuerst nach meinem Reich und nach meiner Gerechtigkeit. Alles andere wird euch zufallen.“ So Gott dazu. Und dann heißt es:

"Und der Herr erweckte den Geist der Leiter und den Geist des ganzen Überrestes des Volkes, so dass sie kamen und sich an die Arbeit am Haus des Herrn der Heerscharen, ihres Gottes machten."

Ja, Erweckung war nötig im Volk Israels. Gott musste die Israeliten buchstäblich wach rütteln.

Ich spüre, dass dieser Vers mir ein paar unbequeme Fragen stellt.

Zunächst ist das die Frage über meine Grundausrichtung: Bin ich noch in der Spur? Ist meine innere Kompassnadel noch ausgerichtet auf Gottes große Zukunft? Erwarte ich, dass er tatsächlich wahr macht, was er versprochen hat? Ist meine Hoffnung darauf noch lebendig? 

Die zweite Frage durchleuchtet meinen Alltag: Wie schlägt sich diese Hoffnung nieder? Stimmen meine Prioritäten damit überein? Welche Ziele verfolge ich? Was ist wichtig und was behandle ich als zweitrangig? Womit verbringe ich den Großteil meiner Zeit? Wie investiere ich das, was Gott mir gegeben hat?

Der heutige Losungsvers erinnert mich daran, dass ich diese Selbstprüfung immer wieder brauche. Es geschieht so leicht, dass ich Gottes Reich aus dem Blick verliere und mich stattdessen im Kreisen um meine eigenen Anliegen bequem einrichte.

Deshalb will ich Gott bitten, dass er mich heute erweckt, wo es nötig ist, damit ich mich der Arbeit seines Reiches mit Freude und Zuversicht anschließe statt mich mit meinem eigenen kleinen Reich und meinen vermeintlichen Erfolgen und Sicherheiten zufrieden zu geben.


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