/ Wort zum Tag

Psalm 100,3

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Erkennet, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

Psalm 100,3

Braucht es in meinem Leben diese Aufforderung, die ja wie ein Trompetensignal erklingt: „Erkennt, dass der Herr Gott ist!“? Ist das nicht selbstverständlich, dass der Herr Gott ist? Offenbar ist es nicht selbstverständlich. Schon im Alten Testament lautet der nächste Satz im Psalm 100: „Er hat uns gemacht und nicht wir selbst.“ Wir Menschen neigen offenbar dazu, anderes, einschließlich uns selbst zum Gott – oder besser – zum Götzen zu machen. Diesem Götzen opfern wir unser Leben mit Haut und Haar.

Wieviele Menschen opfern ihr Leben dem Götzen Wohlstand und Reichtum. Da werden erst die Beziehungen geopfert. Natürlich läuft das meist unbewusst ab. Aber, weil man für den eigenen Wohlstand – oder auch nur für das eigene Auskommen - schaffen und rackern muss, ist keine Zeit mehr dafür da, Freunde zu besuchen und Freundschaft zu pflegen. Da fehlt die gemeinsame Zeit in Ehe und Familie. Ich kenne einige, die vor dem Scherbenhaufen ihrer Beziehungen stehen: die Ehe geschieden, die Kinder leben ihr eigenes Leben, Freunde sind weit und breit nicht mehr zu sehen. Auch der mühsam erarbeitete Wohlstand hat sich durch die Scheidung verflüchtigt.

Da wird auf dem „Altar des Wohlstandes“ die Gesundheit geopfert. Auch da habe ich einige Menschen auch aus den Gemeinden vor Augen, in denen ich Pastor gewesen bin. „Wenn ich erst einmal in Rente bin ...“. Alles, was zum Leben gehört und was Menschen auch dankbar das Leben aus Gottes Hand nehmen und genießen lässt, wird auf die Zeit nach der Berentung verschoben. Bis dahin muss es oft der nächste Cognac tun: schnell abspannen um möglichst schnell wieder leistungsfähig für die Arbeit zu sein. Nach der Rente, da soll das Leben dann richtig losgehen. Leider kenne – oder besser gesagt: kannte ich auch einige - die ihren Ruhestand mal gerade ein oder anderthalb Jahr erlebt haben. Oder, die sich mit Anfang 60 auf einmal mit Krankheiten konfrontiert sehen, die alle Lebensreserven binden.

„Erkennet, dass der Herr Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst.“ Der Beter des 100. Psalms weiß um die Gefährdung des Lebens, wenn Gott nicht mehr Gott ist, sondern sich der Mensch mit seinen Vorstellungen zum Götzen und Gott aufschwingt.

Brutal wird es, wenn die Götzen der Menschen Blutzoll fordern, wie z. B. der Terroranschlag islamistischer Gotteskrieger in Paris 17 Todesopfer gefordert hat. Auch das hat etwas damit zu tun, dass Menschen nicht mehr ihren Schöpfergott als Herrn und Gott suchen, anerkennen,  und anbeten, sondern dass sie einem  ihr Leben opfern, der gebietet: „Bringt alle um, die anders denken, anders sind und vor allem meine Überlegenheit nicht anerkennen wollen.“ 

Wo Christen mit den Worten des 100. Psalms beten: „Erkennet, dass der Herr Gott ist!“ haben sie ihren Herrn, Jesus Christus, vor Augen. Jesus Christus opfert nicht die Sünder, sondern geht selbst für die Sünder ans Kreuz und opfert sein Leben. Wo Menschen erkennen, dass Christus, der Herr, Gott ist, da beginnen sie selbst Wege der Barmherzigkeit und der Nächsten-, ja der Feindesliebe zu gehen. Im eigenen Leben erfahren sie, dass Dankbarkeit, Zufriedenheit und die Freude an Christus wächst. Denn – und so endet der Psalm 100 –  „denn der Herr ist freundlich und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.“ „Erkennet, dass dieser in Christus uns Menschen freundliche und gnädige Herr Gott ist.“ 


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