/ Wort zum Tag

Psalm 16,8

Bibelvers

Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; steht er mir zur Rechten, so werde ich festbleiben.

Psalm 16,8

Was ich vor Augen habe, leitet mich. Das erlebe ich im Straßenverkehr. Die Straßenverhältnisse bestimmen die Geschwindigkeit, unter Beachtung der Verkehrsschilder. Ich fahre zu einem Ziel, das selbst durch Umleitungen nicht aus den Augen gelassen wird.

Manchmal habe ich ein Ziel vor den Augen, das auf keiner Landkarte zu finden ist. Dieses Ziel ist ein bestimmtes Ereignis oder ein konkretes Verhalten. Ich kann es mit Worten beschreiben, jedoch noch nicht zeigen.  

Das sind zwei unterschiedliche Verstehensweisen. In dem einen Satz hat die Bedeutung, „was ich vor Augen habe, leitet mich“, ein sehr konkretes und lokales Ziel. In dem anderen Satz geht es mehr um eine Aussage, in der das Ziel noch in meiner Vorstellung ist. Da entwickelt sich das Ergebnis  immer klarer, je näher ich der Ausführung komme. In meiner Vorstellung ist es schon Realität. Ich muss dieser Vorstellung nur noch eine Gestalt geben.  

Nun schließt das eine das andere nicht aus. Was der eine Satz meint, ist sichtbar, nur ich bin noch nicht dort. Die andere Aussage geht auch davon aus, dass etwas Realität ist, muss aber noch gestaltet werden.

In Psalm 16 beschreibt David, dass er den Herrn vor Augen hat. Der Herr ist Realität, aber er ist nicht wirklich fassbar. Er ist in den Gedanken oder vielleicht auch im Herzen schon da, aber nicht so, dass man ihn einfach vorzeigen kann.

Die Aussage, „ich habe den Herrn allezeit vor Augen“ geht davon aus, dass schon etwas ist, was sich im Leben immer wieder neu und immer mehr zeigt.

An ihm orientiere ich mich. Das gibt Gewissheit, dass mich mein Weg voran bringt. In dem zweiten Teil dieses Verses wird auch noch eine Bestätigung gegeben. „steht er mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben“.  Hier wird eine Erfahrung mitgeteilt, die dieser Mensch schon erlebt hat. Die unsichtbare Realität von Gott zeigt sich im persönlichen Erleben. Das gibt Sicherheit.

David hat sich entschieden, Gott vor seine Augen zu stellen.

Er unterstreicht es noch mit dem Wort: allezeit. Das ist die Sprache des Vertrauens. Wen ich liebe, möchte ich auch immer vor Augen haben. Ich möchte das Bild meiner Frau auch nicht aus den Augen lassen, sie liebt mich doch. 

Aus dieser Liebe, die Gott zu uns hat, ist er zu uns gekommen. Er ist zu uns gekommen und sucht, besucht uns immer wieder neu. Er redet zu uns durch sein Wort, plötzlich wird  eine Aussage der Bibel so lebendig, dass ich gewiss bin, Gott ist an meiner Seite. Dann sind mir schon Menschen begegnet, die mir sehr anschaulich Gott nahe gebracht haben. Durch ihre Erfahrungen in der Musik, der Kunst, der Natur. 

Immer wieder bin ich fasziniert, dass nicht erst mit einer intellektuellen Reife diese Erkenntnis kommt. Ganz gleich mit welchem Bildungsabschluss sich ein Mensch Gott nähert, kann er Erfahrungen machen. Unsere Einteilungen in unterschiedliche Qualifikationen sind ja auch nur eine Sicht, worauf es ankommen kann. Das sagt ja nicht wirklich etwas über den Wert eines Menschen. Eine nur auf Leistung und Erfolg orientierte Gesellschaft kann viele Werte des Miteinanders schnell aus den Augen verlieren. Unsere Sprache deckt  ziemlich klar auf, was uns wichtig ist.

Aus der Vielzahl täglicher Erfahrungen kommt ein erfülltes Leben. Wie von selbst sucht ein Mensch die Nähe Gottes, weil er darin das Leben findet.    

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren