/ Wort zum Tag

2. Korinther 4,8-9

Bibelvers

Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.

2. Korinther 4,8-9

Paulus beschreibt mit diesen Sätzen, wie es ihm als Völkermissionar geht. Aber finden Sie das attraktiv? Wohl eher nein. Das klingt nicht wirklich einladend. Da strömt niemand herzu und sagt: Das ist so international und erfolgreich, da will ich gern dabei sein. Im Gegenteil. Ich finde, die vier Worte, die sich hier zunächst aufdrängen, wirken eher abschreckend. Wenn so das Leben eines Christen aussieht, will ich dann dabei sein? Wer mag sich dafür freiwillig melden?

Ich nenne Ihnen die vier Worte einfach noch einmal:

Bedrängt
Bange
Verfolgt
Unterdrückt

Das alles ist nicht erstrebenswert. Nun gut, mögen Sie denken, das ist doch alles lange her. Wir leben in einer anderen Zeit. Ja, das stimmt. Aber nur im Blick auf unser Land und auf Europa. Es gibt viele Länder, da werden Christen bis heute bedrängt, bange gemacht, eingeschüchtert, verfolgt und unterdrückt. Erstaunlicherweise wechseln sie gerade dort häufig ihren Glauben und wenden sich von einer uns fremden Religion dem christlichen Glauben zu. Es scheint, als entdeckten sie noch etwas anderes.

Dieses andere steckt in dem kleinen Wörtchen „Aber“. Ein Wort wie ein Tafelschwamm - es wischt alles vorher Gesagte weg. Und dieses kleine "Aber" steht nach jeder dieser Beschreibungen. Bedrängt, aber; bange, aber, verfolgt, aber; unterdrückt, aber. Doch das wirkt nicht vollmundig. So nach dem Motto: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Vielmehr geht es um Gottes Kraft. Gottes Kraft erkennen die Menschen. Davon spricht Paulus schon in dem Vers 7: Von Gott kommt die Überfülle der Kraft. Gottes Kraft macht den Unterschied. Und Gottes Kraft macht auch die Jünger damals so mutig und entschlossen. Weil Gott Paulus und sein Team hält, darum haben sie keine Angst. Weil Gott Paulus und sein Team hält, darum bleibt die Angst nicht; sie muss immer wieder dem neuen Mut weichen.

Weil Gott Paulus und sein Team hält, darum bringt sie die Verfolgung nicht von ihren Zielen ab. Weil Gott Paulus und sein Team hält, darum lassen sie sich nicht unterkriegen. Wir kommen nicht um.

Ist das alles „Schnee von gestern“? Eine Wahrheit aus der Zeit der Urkirche, die heute nicht mehr gilt? Gerade nicht. Auch heute erleben Christen, dass sie trotz Verfolgung Mut haben. Dass sie Ungerechtigkeit ertragen und doch ihren Glauben bekennen. O ja, manche kommen auch um. Das wusste Paulus auch - hat er doch bei der Steinigung des Stephanus daneben gestanden. Paulus war realistisch. Aber er wusste auch, was in Psalm 139 steht:

"Von allen Seiten umgibst du mich. Du hältst deine Hand über mir."

Diese Gewissheit trägt durch und weckt Vertrauen, auch dann, wenn unsere Vorstellungen und unsere Hoffnungen zerstieben. Ich weiß nicht, wie das heute bei Ihnen aussieht, aber ich wünsche ihnen diese Hand, die Sie umgibt und die Sie segnet. Gerade, wenn bei Ihnen einiges anders kommt, als Sie es gewünscht und gehofft haben.

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