/ Wort zum Tag

Römer 13,11-12

Bibelvers

„Unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen.“

Römer 13,11-12

Geht es Ihnen auch manchmal so? Da wache ich auf, der Wecker hat noch nicht geklingelt, und doch spüre ich, bald ist es soweit. Vielleicht dämmert es schon ein wenig, vielleicht sind die ersten Nachbarn dabei, sich mit ihren Autos auf den Weg zur Frühschicht zu machen. Ohne auf den Wecker geschaut zu haben, weiß ich, bald beginnt der Tag.
Paulus hatte noch keinen Wecker, auf den er sehen konnte, er lebte noch viel mehr mit dem bewussten Wahrnehmen solcher Kleinigkeiten. „Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen.“ Nun geht es ihm aber in seinem Brief an die Gemeinde in Rom nicht darum, auf das rechtzeitige Aufstehen hinzuweisen.  Es geht ihm um unser Heil, wenn er schreibt:
„Unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen.“ (Römer 13, 11-12)
So wie wir wissen, dass die Zeit stetig vorrückt, sollen wir auch darauf vertrauen, dass uns unser Heil näher kommt.
Nun mag mancher mit einer leidlichen Bibelkenntnis ja gleich darauf erwidern:
Ich habe doch von Paulus im Römerbrief zuvor gelernt: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus" (Römer 5,1)
Also lebe ich doch schon im Heil, auch hier und jetzt auf der Erde, ich habe nicht nur ein ungesichertes Versprechen in der Hand.
Was meint Paulus also hier mit dem Heil, wenn er sagt: Unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden?
Luther hat das griechische Wort für Heil oft mit dem Wort Errettung übersetzt.  Als ich zum Glauben an Jesus Christus als meinen Erlöser gekommen bin, schenkte mir Gott dadurch die Gewissheit, dass mich nichts mehr aus seiner Hand reißen kann. Nicht mein eigenes Tun und Handeln war dafür die Grundlage – dann müsste ich ja ewig mit der quälenden Ungewissheit leben, ob ich auch gut genug für meinen Schöpfer bin.  Nein, allein das Wissen um Gottes Liebe und Gnade, die sich in Jesu stellvertretendem Opfertod für alle meine Schuld gezeigt hat, ist die Grundlage meiner Errettung, meines Heils. Und daran ändert sich nichts mehr, egal wie die Zeit dahingeht.
Aber noch lebe ich in dieser Zeit. Ich weiß um Gottes ewige Gnade, selbst wenn sich Menschen meiner Umgebung darüber lustig machen. Sie können noch nicht sehen, was ich schon weiß.
Und das kommt näher, wie die Morgenstunde des sich nähernden Tages am Ende der Nacht. Gottes Herrlichkeit wird für alle und jeden offenbar werden in der Ewigkeit.
Mit jeder Glaubenserfahrung spüre ich, wie ich auf diesem Weg vorangehe.
Wir wissen weder Tag noch Stunde, wann die Zeit endet, und das ist auch gut so. Gott lässt allen Menschen die Freiheit, auf sein Angebot der Liebe und Versöhnung einzugehen. Da wird niemand wie von einer Torschlusspanik angetrieben.
Das Heil, in dem wir heute schon leben, wird allen offenbar werden in Gottes ewigem Reich.
 

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