/ Wort zum Tag

1. Thessalonicher 2,8

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Wie eine Mutter ihre Kinder pflegt, so hatten wir Herzenslust an euch und waren bereit, euch nicht allein am Evangelium Gottes teilzugeben, sondern auch an unserm Leben; denn wir hatten euch lieb gewonnen."

1. Thessalonicher 2,8

Wissen Sie schon, was sie ihren Lieben zu Weihnachten schenken? ~ den Kindern? ~ den Eltern? ~ den Freunden? Jedes Jahr überlegen wir nach passenden Geschenken. Etwas Praktisches? Etwas Schönes? Etwas Brauchbares? - Oder etwas „Verbrauchbares“?  Jedenfalls möchten wir gerne etwas schenken, das Freude bereitet.
Wenn ich eine Idee habe, was wirklich passen könnte, dann habe ich ganz große Freude, es vorzubereiten und zu schenken. Da sehe ich vor meinem inneren Auge schon die Überraschung, die großen Augen, die Freude. Wer jemanden liebt, möchte ihm alles Gute tun, ~ ihn beschenken, ~ ihn erfreuen, ~ alles mit ihm teilen; ~ das ganze Leben mit ihm teilen, ~ das Beste geben.
Das ist nicht nur in der Familie so. Das kann auch unter Freunden oder in der christlichen Gemeinde so sein. Paulus schreibt an die Christen in der griechischen Stadt Thessalonich. „Wie eine Mutter ihre Kinder pflegt, so hatten wir Herzenslust an euch und waren bereit, euch nicht allein am Evangelium Gottes teilzugeben, sondern auch an unserm Leben; denn wir hatten euch lieb gewonnen.“ Paulus blickt zurück auf seine Zeit in dieser Gemeinde. Voller Freude erinnert er sich an die gemeinsame Zeit dort. So vieles hatten sie miteinander erlebt. Er hatte ihnen zu einem Leben mit Jesus Christus verhelfen können.
Die Christen in Thessalonich waren ihm so lieb wie eigene Kinder geworden. Er war mit seinem ganzen Leben für sie da. Paulus vergleicht sich sogar mit einer stillenden Mutter, die voller Freude sich selbst für die Kinder hin gibt. Eine Mutter, die stillt, die gibt ihrem Kind nicht nur irgendeine Nahrung, ~ nicht anonyme, gekaufte Flaschenkost. Sie gibt sich selbst. Sie gibt von ihrem Leib, von ihrer Gesundheit, von ihrer Kraft, von ihrem Leben. Eine Mutter die stillt, gibt ihrem Kind genau die Milch, die es braucht. Da gibt es eine Rückkopplung zwischen Mutter und Kind, zwischen Angebot und Bedarf. Und die Milch verändert sich im Laufe der Zeit, sowohl in der Zusammensetzung als auch in der Menge.
Wenn ich zurückdenke an die Zeiten, in denen meine Frau unsere Kinder stillte: Es waren zwar anstrengende, kraftraubende Zeiten für sie, aber auch ganz friedvolle, harmonische, frohe Zeiten.
Paulus beschreibt so sein Verhältnis zu den Christen in Thessalonich: wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt. So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser eigenes Leben mitzuteilen, weil ihr uns lieb geworden wart.  Das Leben teilen. Wie wäre es, wenn wir so in unseren christlichen Gemeinden und in unserem Umfeld mit anderen Menschen unser Leben teilen? ~ Wenn wir mit den Nachbarn oder Kollegen oder Freunden nicht nur kleine, abgesteckte Bereiche unseres Lebens teilen, sondern das Leben teilen? ~ das Erleben teilen? ~ das Ausleben teilen?  - Es würde wohl in vielen Gemeinden anders aussehen. Und es würden vielleicht auch mehr Menschen in unsere christlichen Gemeinden finden. Ich weiß, dass das sehr anstrengend und kraftraubend ist. Vielleicht habe ich auch Angst davor.
Es ist wohl auch eine Frage der Liebe zu den Menschen um uns herum. Paulus schreibt: „Wie eine Mutter ihre Kinder pflegt, so hatten wir Herzenslust an euch und waren bereit, euch nicht allein am Evangelium Gottes teilzugeben, sondern auch an unserm Leben; denn wir hatten euch lieb gewonnen.“ Ich bin keine Mutter. Ich habe auch nie gestillt. Paulus auch nicht. Aber wenn ich an meine – inzwischen großen - Kinder denke, dann schlägt mein Herz höher. Dann habe ich bis heute ganz große Freude. Es zieht mich, sie zu besuchen, auch wenn es ein paar hundert Kilometer sind. – So geht es Paulus mit der Gemeinde, mit seinen geistlichen Kindern. Er hat Freude an ihnen. Er hat Herzenslust an ihnen. Er hat ihnen alles gegeben, nicht nur die Botschaft von Jesus Christus, sondern sein ganzes Leben. Vielleicht war seine missionarische Arbeit darum auch so erfolgreich.
 


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