/ Wort zum Tag

Daniel 6,23

Bibelvers

"Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, sodass sie mir kein Leid antun konnten."

Daniel 6,23

Schon als Kind hat mich die Geschichte von Daniel in der Löwengrube fasziniert. Treu betete er dreimal am Tag zum lebendigen Gott. Deswegen wurde er verurteilt, am Abend den Löwen zum Fraß vorgeworfen zu werden. Am nächsten Morgen sucht ihn der ihm wohl gesonnene König Darius auf. Er fragt ängstlich in die Grube hinein: Hat dich dein Gott erretten können? Da antwortet ihm Daniel mit der heutigen Tageslosung: „Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, sodass sie mir kein Leid antun konnten.“
Dies Geschehen ist nicht unbedingt der Normalfall. Viele bezahlen ihre Treue zu Gott, zu Jesus Christus mit dem Leben. Gott sei Dank, dass es aber auch immer wieder Errettung gibt, wie sie zum Beispiel die Christin Mariam Ibrahim Mitte des Jahres im Sudan erlebte. Sie war schon zum Tode verurteilt, trotz ihres im Gefängnis neu geborenen Kindes. Durch viele Gebete und entschiedenes Auftreten, auch von Politikern, kam sie dann doch frei. Es macht Sinn, sich für Glaubensgefangene einzusetzen. Tun wir es, wo wir es können.
Worüber bei der Geschichte von der Löwengrube nichts zu erfahren ist: Wie hat sich Daniel in dieser Nacht verhalten? Hat er sich in den letzten Winkel der Grube verkrochen? Hat er die Löwen mit scharfem Blick zu fixieren versucht? Hat er, wie schon zuvor, gebetet?
Beim Nachdenken darüber kam mir, dass nicht wenige Menschen bis heute in einer Art Löwengrube sitzen. Sie werden plötzlich gepackt vom „Löwen“ Jähzorn und können dann geradezu explodieren. Unbedacht kommen ihnen scharfzüngige, niedermachende Worte gegen andere über die Lippen. Bei geringem Anlass kochen schnell Emotionen hoch, gerade auch bei Christen. Ich gebe zu: Von solchen oder ähnlichen „Löwen“ werde ich selber immer wieder auch einmal angefallen.
Was ist da zu tun?
Sich dies bewusstmachen ist sicher richtig, aber noch kaum die Hilfe. Auch gute Vorsätze bringen wenig. Der originelle schwäbische Pfarrer Johann Friedrich Flattich (1713-1797) hatte auch damit zu kämpfen. Deswegen betonte er in seinen Hausregeln für Erziehungsarbeit, die damals weithin bekannt wurden: „Man muss mit dem Glauben anfangen, nicht bei den Missständen.“ In unser Bild von der Löwengrube übersetzt heißt das: Man muss bei den Engeln anfangen, nicht mit den Löwen .
Wir brauchen in allen Fällen die Beziehung zu Gott. Wir brauchen seine Hilfe, wie es das zweite Losungswort (der Lehrtext) von heute besagt: „Wer von Gott geboren ist, den bewahrt er und der Böse tastet ihn nicht an.“ (1. Joh. 5,18)

Es gilt, sich am Anfang des Tages und  am Abend wieder in die Hände dessen zu geben, der die Löwen, ja den Feind unserer Seele besiegt hat: Jesus Christus. Es gilt, ihn zu bitten: Herr, schütze du mich heute.
Zurück zum Anfang: Möchten viele verfolgten Christen es bekennen können: „Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, sodass sie mir kein Leid antun konnten.“
Möchte dasselbe aber auch von den Menschen gelten, die von den geschilderten andersartigen Löwen geplagt werden. Das Gebet zu Gott, der Ruf zu Jesus Christus ist der Schlüssel dazu.

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