/ Wort zum Tag

Psalm 116,6

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Der HERR behütet die Unmündigen; wenn ich schwach bin, so hilft er mir."

Psalm 116,6

Vor einigen Wochen klingelte es an meiner Haustüre. Es war meine Freundin und Mitbewohnerin unseres Hauses. Sie kam gerade zurück vom Arzt. Sie fühlte sich gar nicht gut, denn sie litt unter einer schweren Entzündung im Innern ihres Körpers. Sie fühlte sich elend und schwach. Alles tat ihr weh. Sie hatte nur noch den Wunsch, sich hinzulegen. Der Schmerz war ihr ins Gesicht geschrieben. Am liebsten hätte sie losgeweint. Der Arzt hatte ihr zur Linderung der Schmerzen Antibiotika verordnet, mit der Auflage, sie möglichst bald einzunehmen. Aber sie wollte in ihrer Lage gar nichts mehr tun. Es tat mir richtig leid, sie so zu sehen; sie, die sonst immer anderen geholfen hatte. Ich konnte in diesem Moment aber nichts tun für sie, außer einfach für sie da zu sein, einen heißen Tee zu kochen und Anteil zu nehmen. Ich weiß, aus eigener Erfahrung, wie sich solche Momente anfühlen. Im Rückblick auf mein bisheriges Leben kenne ich Zeiten der Schwachheit nur zu gut. Trotzdem staune ich immer wieder, wie schnell ein Mensch zu einem Häufchen Elend wird, wenn er leidet.
Wie fühlen Sie sich heute? Vielleicht auch schwach und hilflos? Unsere heutige Bibellese ist gerade auch für Menschen da, die körperlich oder psychisch leiden. Was für ein Mut machender Vers ist der Psalm 116,6 in Zeiten der Schwachheit! Trotzdem stelle ich mir dann, wenn es mir schlecht geht, immer wieder die Frage: Wo ist denn nun dieser Gott? Es muss nicht so sein, dass ein schwacher Mensch nicht betet und an die Kraft Gottes glaubt. Nein, ganz und gar nicht. Ich jedenfalls flehe in solchen Situationen um Hilfe, ich bitte, dass die Schmerzen nachlassen, ich schreie um Besserung. Aber manchmal tut sich einfach nichts. Und dann muss ich irgendwann nachgeben und einen Arzt aufsuchen. Ich muss durch dieses Leiden hindurch gehen. Wo ist Gott, wenn ich leide?
Ich habe gelernt, dass Gott trotz allem da ist. Auch wenn ich Gottes Handeln oder sein Nicht-Eingreifen oft nicht verstehe, so will ich glauben, dass ER da ist, mit seiner Kraft und seiner Hilfe. Gott ist da. Das gilt auch dann, wenn ich schwach im Bett liege. Gerade dann ist mein Bett wie seine Hand, die mich hält! Ist das nicht ein schönes Bild für Schwache? „Auch wenn ich gar nichts fühle, von deiner Macht, Du bringst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht“, so lautet der Text eines bekannten Liedes. An dieser Tatsache halte ich mich fest. Deshalb kann ich, und hoffentlich können auch Sie es, getrost mit dem Psalmschreiber beten: „Wenn ich schwach bin, so hilft mir der Herr!“ Punkt. Das gilt, egal wie Sie sich gerade fühlen. 
 


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren