/ Wort zum Tag

Psalm 32,2

Bibelvers

"Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht anrechnet und in dessen Sinn nichts Falsches ist."

Psalm 32,2

„Hast du es gut – dir machen die dunkler werdenden Tage nichts aus.“
„Hast du es gut – du hast jeden Tag deine Familie um dich herum.“
„Hast du es gut -  du hast jemanden, der dir deine Reparaturen im Haus machen kann.“
So könnte ich weitermachen. Bei anderen fällt es mir oft leicht, zu sagen, wie gut er oder sie es doch hat. Dabei habe ich es auch gut. Ich habe eine eigene Wohnung, ich habe Arbeit, die mir Freude macht, ich habe Freunde, mit denen ich mich austauschen und etwas unternehmen kann, ich habe ein Auto, kann mich fortbewegen, ich lerne Gott immer besser kennen… wenn ich mir das so richtig bewusst mache, würde mir sicher noch ganz viel einfallen. Leider denke ich so selten daran. Und dann sehe ich eher, wo es anderen gut geht und mir nicht. Was mir fehlt.

Ein altes Gebet in Israel, der Psalm 32 fängt genauso an: „Du hast es gut“.
„Du hast es gut“, doch dann kommt keine Aufzählung, wie ich sie jetzt gemacht habe.
Der Beter denkt erst mal nicht an das Dach über den Kopf, den Packesel, die Tiere und die Familie, die sein Leben reich machen, wohl aber, wie ich auch, an Gott.
Trotzdem blickt der Beter etwas tiefer als ich.
Er hat gemerkt, wie schwer es ist, mit so einer Art Freundschaftsgeheimnis herumzulaufen. Dieses Geheimnis bestand in erster Linie zwischen Gott und ihm.
Er spürte, es tut ihm nicht gut, zu schweigen. Ehrlicherweise müsste er sagen, Gott zu verschweigen, was er getan hat. Seine Laune sank in den Keller. Er jammerte. Freude in seinem Leben? Fehlanzeige. Er konnte sich gar nicht mehr erinnern, wann er zuletzt gelacht hatte. Irgendwie merkte er, dass Gott auch seine Stimmung drückte. Der Beter beschreibt es so:
„Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir.“
Wenn der Tag doch so eine Last ist, warum fängt sein Gebet an: „Du hast es gut?“
Der Beter ist davon überzeugt:
Gut hat es der, der sein Geheimnis nicht länger für sich behält, sondern Gott in seine Geheimnisse einweiht. Der offen Gott sagt: „Ich habe dich betrogen. Ich habe mich über deinen Willen hinweggesetzt, lieber Herr. Es tut mir leid. Vergibst du mir?“
Der hat es gut, dem Gott in solchen Momenten seine Schuld nicht zurechnet.
Der Beter merkt selbst: Gott ist gnädig. Er fängt nicht an, aufzuzählen: Ich habe dir ein Dach über den Kopf gegeben, eine Familie, einen Packesel – und nun das… Nein, Gott vergibt. Von Herzen – gerne.
Dafür steht Jesus Christus bis heute ein. Jesus selbst wurde der Packesel, der sich am Kreuz meine Schuld aufgeladen hat, daran zerbrochen und gestorben ist. Später ist Jesus auferstanden, damit ich frei sein kann. Damit Gott mir vergibt. Diese Erfahrung hebt die Stimmung. Sie schenkt eine unglaubliche Freude, so dass der Beter sagen kann:
„Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht anrechnet und in dessen Sinn nichts Falsches ist.“
Ich habe es also gut, weil Gott mir dank Jesus meine Schuld nicht anrechnet, sondern vergibt, er mich verändert, so dass ich nicht auf andere schiele und sage: „Du hast es gut“, sondern auf mich schaue und sage: „Ich habe es gut, mir hat Gott vergeben.“ Jetzt freue ich mich wieder darauf, die Bibel aufzuschlagen und Gott zu begegnen. Ich habe nicht mehr das Gefühl, seine Worte klagen mich nur an. Nein, ich spüre, seine Worte sind auch liebevolle Worte.

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