/ Wort zum Tag

1. Petrus 3,9

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt."

1. Petrus 3,9

"Ihr seid dazu berufen, dass Ihr den Segen ererbt", sagt der Apostel Petrus in seinem ersten Brief in Kapitel 3 (Vers 9

"Wow!", denke ich da spontan, "das ist genau das, was ich im Moment gebrauchen könnte! - So eine richtig schöne, dicke Erbschaft!" Denn es stimmt ja schon: Geld macht zwar nicht glücklich, aber es beruhigt doch ungemein die Nerven. Vor allen Dingen schenkt es Unabhängigkeit. Die Freiheit das zu tun, wozu man Lust hat und sich berufen fühlt. Nicht immer überlegen müssen:" Kann ich mir das leisten?" oder "Darf ich mir das erlauben?" - Das hat schon was!

Also, bei dem Stichwort Erbschaft, Erbe sein, klingelt es bei mir. Und ich vermute einmal - bei Ihnen auch.

Aber halt: Erbe sein, eine Erbschaft antreten - der Schuss kann natürlich auch nach hinten losgehen. Das ist z.B. dann der Fall, wenn derjenige, der mir etwas hinterlässt, keine Reichtümer zu vererben hat, sondern einen Berg von Schulden. Da hat schon so mancher Angehörige eines vermeintlich gut situierten Unternehmers bei der Testamentseröffnung eine unliebsame Überraschung erlebt. In einer solchen Situation gibt es nur eins: das Erbe ausschlagen - aber schleunigst!

Der Apostel Petrus sagt nun: Bei Gott müsst Ihr Euch diesbezüglich keine Sorgen machen! Denn Er hat nur eines weiter zu geben: "Segen!" - Und damit wird uns weitaus mehr und Anderes geschenkt als ein finanzielles Ruhekissen. Mit dem griechischen Wort  "Eulogia", das an dieser Stelle im Urtext steht, verbindet sich die Gewissheit, dass Gott einen Menschen, dem er seinen Segen schenkt, wohlwollend  begleitet. Segen, "Eulogia", dahinter steckt z.B. das Bild eines liebenden Vaters, der immer dann für sein Kind da ist, wenn es in der Gefahr steht, die Flinte ins Korn zu werfen oder an einer Aufgabe zu scheitern.

Ich werde an dieser Stelle nie meinen Großvater vergessen, der mir - den zum Jähzorn neigenden kleinen Jungen - immer dann half, mich neu zu sortieren, wenn mir z.B. beim Zusammenbasteln eines Modellflugzeugs ein Fehler unterlaufen war. Nicht, dass er mir die Bastelarbeit aus der Hand genommen hätte, so nach dem Motto: "Lass das den Opa mal machen. Der kann das sowieso besser." Nein, das nicht! Statt dessen nahm er mich in den Arm, strich mir über den Kopf und stärkte mir das Selbstbewusstsein mit Worten, die mich aufrichteten. Und so getröstet, konnte ich mich der Herausforderung wieder stellen und sie bewältigen.

Eulogia wörtlich: "gute Worte" - Worte, die wirklich etwas bewirken und eine neue Realität schaffen - das bedeutet Segen. - Und den sind wir berufen zu ererben.

Ach, und was ich fast vergessen hätte! Das Schönste an dieser Stelle ist: Normalerweise können wir nur dann etwas erben, wenn derjenige, der uns etwas hinterlässt, verstirbt. Mit dem Erbe, dass der Apostel Petrus uns zusagt, verhält es sich dagegen anders: Christus lebt und er teilt seinen Segen als Auferstandener fröhlich an alle aus, die sich danach ausstrecken. Er beschenkt uns also "mit warmen Händen", wie meine Mutter immer zu sagen pflegte. 

Ist doch toll, oder?


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren