/ Wort zum Tag

Galater 3,8

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

" Die Schrift aber hat es vorausgesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkündigte sie dem Abraham (1.Mose 12,3): »In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.«"

Galater 3,8

Da schaut ein Mann bei Nacht in den Himmel. Sein Kopf ist nach hinten gereckt als ob er weit hinauf schauen, sich ganz nach oben konzentrieren möchte. Nichts um ihn herum soll ihn ablenken. Dort oben sieht er eine Unmenge von Sternen. In seiner Haltung und seinem Blick spiegelt sich eine Atmosphäre von Staunen und Demut.
Immer wieder ist mir in den letzten Jahren dieses Bild begegnet. Es ist ein Bild von Abraham. Gott hatte ihm verheißen, dass er viele Nachkommen haben würde - so zahlreich wie die Sterne am Himmel. Und Gott hatte Abraham einen besonderen Segen gegeben, nämlich, dass durch ihn alle Völker auf Erden gesegnet werden sollten.

Auf diese Verheißungen Gottes an Abraham bezieht sich der Apostel Paulus im Galaterbrief.
Der heutige Lehrtext steht in Galater 3,8: „Da nun die Schrift voraussah, dass Gott die Völker aus Glauben gerecht machen würde, hat sie dem Abraham das Evangelium im Voraus verkündigt: In dir werden alle Völker gesegnet werden.“

Das ist also das Evangelium, die gute Nachricht: Der Segen für alle Völker.

Abrahams Nachkommen wurden tatsächlich sehr zahlreich. Sie wurden zu einem Volk, dem Volk Israel. Mit den Israeliten ging Gott einen besonderen Weg, zeigte sich ihnen als ihr Gott, der mitgeht. Er gab ihnen das Gesetz, an das sie sich halten sollten, und dadurch gab es auch eine klare Abgrenzung. Eine Grenze, ein Zaun zwischen ihnen, dem Volk Israel, die das Gesetz hatten und halten wollten, und den anderen Völkern, den Nichtjuden. Der Segen war drinnen, festgehalten, wie in einem umzäunten Gebiet. Und die da draußen hatten daran keinen Anteil. Nur manchmal in der Geschichte Israels leuchtete ein Segensstrahl  hinaus zu den anderen Völkern. Als kleine Ausnahme.

Doch Gott hatte Abraham ja einen Segen für alle Völker verheißen. Wie sollte der Segen von Israel nicht nur als kleine Ausnahme sondern ganz groß und grundsätzlich zu den Nichtjuden kommen?

Abraham konnte nicht wissen, dass Gott eines Tages Jesus schicken würde. Jesus, der als Sohn Gottes aus dem vollkommenen Bereich des Segens freiwillig in den Bereich des Fluchs gehen würde. Jesus, der aus dem Himmel, aus der Gemeinschaft mit Gott hinab zu uns auf die Erde kam. Er nahm den Tod eines verfluchten Verbrechers auf sich. Er starb schließlich am Kreuz für unsere Sünde und hat den Weg frei gemacht für den Segen, der aus dem Segensbereich zu denen strömen sollte, die bis dahin als Verfluchte galten. Es sollten jetzt alle - Juden und Nichtjuden mit dem Segen erreicht werden, den Gott damals Abraham gegeben hatte.

Abraham hatte Gott geglaubt. Er hatte nicht nur geglaubt, dass es da irgendein höheres Wesen gibt, sondern er lebte aus einer Beziehung zu seinem himmlischen Vater. Er unterhielt sich mit ihm. Er war schließlich schon ausgezogen in ein anderes Land, weil er Gott vertraute, dass er ihn führen würde.
Und so wurde Abraham ein Vater für alle, die ebenfalls glauben, die ausziehen in das Land des Glaubens, um Erfahrungen mit ihrem Herrn zu machen, die im Vertrauen gehen und sich führen lassen, die ihre Schuld und Sünde bekennen und sich öffnen für Gottes Segen.

Abraham hat sicher noch ganz nicht erfassen können, was nach ihm sein würde. Segen Gottes für alle Völker - durch ihn! Was für eine Zusage! Und Gott hat sie doch erfüllt, auf seine wunderbare Weise, viel schöner und größer und besser als Abraham je hätte denken können.


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