/ Wort zum Tag

Psalm 32,5

Bibelvers

"Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde."

Psalm 32,5

Was macht einer, wenn er sich schuldig fühlt? Er kann seine Schuld offen zugeben. Oder er entschuldigt sich bei denen, die er – wie auch immer – verletzt hat. Oder aber er verharmlost seine Schuld. Oder er macht andere dafür verantwortlich. Oder er denkt, es reicht, wenn ich meine Schuld einsehe.

Marie von Ebner-Eschenbach hat gesagt: „Es gibt Leute, die glauben, wenn sie einen Fehler eingestanden haben, brauchen sie ihn nicht mehr abzulegen.“ Und Marie von Ebner-Eschenbach sagt weiter: „Wer Gottes Vergebung erfahren hat, wiederholt nicht das Alte, sondern fängt Neues an.“

Der große israelitische König David wollte eines Tages auch Neues anfangen. Er muss sehr unter seiner Schuld gelitten haben. Nur so ist zu verstehen, dass er zu Gott betete: „Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen“ (Psalm 32, 5a).

Der Mensch braucht diese Erkenntnis seiner Schuld. Unvergebene Schuld kann einen Menschen vernichten. Der Schweizer Jurist Carl Hilty hat gesagt: „Es gibt nur zwei Feinde, die dem Menschen das Leben wirklich verbittern oder ganz zerstören können, nämlich Schuld und Sorge.“ Und Hilty fügte hinzu, dass ein Mensch in dieser Welt nicht froh werden könne, wenn er nicht diese beiden Feinde seines Lebens überwunden habe.

Möglicherweise hat David folgende Sünde so belastet: Eines Abends sah er vom Dach seines Königshauses eine Frau, die sich wusch und „von sehr schöner Gestalt war“. Es war Batseba, die Frau seines Offiziers Uria. Der König ließ sie in seinen Palast holen und es kam zum Ehebruch. Daraufhin versuchte David mit allen Mitteln, diese Sünde zu verschleiern. Er ließ den Offizier Uria auf Heimaturlaub kommen. Dabei hoffte David, der Mann werde mit seiner Frau sexuelle Gemeinschaft haben. Deshalb machte David ihn sogar betrunken. Aber dieser Uria war ein gewissenhafter Soldat und ging eben nicht nach Hause, sondern schlief bei den anderen Soldaten des Königs. Daraufhin schickte David den Offizier wieder an die Front, gab ihm aber einen Brief an den General Joab mit der Bitte, Uria im Kampf da aufzustellen, „wo der am härtesten ist“. Es kam so, wie es kommen musste: Der Offizier fiel in der Schlacht. Anschließend nahm David die Witwe Batseba offiziell zur Frau. „Aber“, so heißt es dann abschließend in diesem biblischen Bericht, „dem Herrn missfiel die Tat, die David getan hatte“ (2. Samuel 11, 27). Obwohl diese Sünde David umgetrieben hat, muss Gott erst den Propheten Nathan schicken.

Dieser hält dem König seine Sünden vor: Ehebruch, Lüge und Auftragsmord. Da kann David nicht mehr weiter und sagt: „Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen.“

Der König David wollte wieder froh werden. Nachdem er seine Schuld erkannt hatte, machte er das einzig Richtige: Er bekannte diese Schuld auch Gott. David wusste: Bei Gott ist viel Vergebung. Wir müssten das eigentlich heute noch viel besser wissen. Denn bereits vor mehr als 2000 Jahren hat Gott seinen Sohn Jesus Christus gesandt, um für unsere Schuld am Kreuz von Golgatha zu sterben. Und deshalb ist die Einsicht meiner Schuld die beste Aussicht für mein weiteres Leben. Ich kann diese Schuld beim Namen nennen und sie Gott bekennen. Einer der ersten Nachfolger Jesu, Johannes, hat diese Erfahrung so beschrieben: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er (und mit ‚er‘ ist Gott gemeint) treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit“ (1. Johannes 1, 9). Wenn ich das getan habe, so meine Schuld bekannt habe, darf ich gewiss sein, dass Gott sie mir vergibt, so wie es David von ihm schreibt: „Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde“ (Psalm 32, 5b). Gott liebt mich so sehr, dass er mich nicht in meiner Schuld hängen lässt.

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