/ Wort zum Tag

Psalm 25,1-2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Nach dir, Herr, verlanget mich. Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zuschanden werden."

Psalm 25,1-2

Hea Woo lebte vor ihrer Flucht ins Ausland in Nordkorea. Nur wegen ihres Glaubens an Jesus Christus wurde sie für mehrere Jahre in ein Arbeitslager geschickt. Die Zustände dort waren unbeschreiblich: Hunger, Folter und Zwangsarbeit empfingen sie. Es gab Momente, da begann Hea Woo an Gott zu zweifeln. Sie berichtet: "Ich fühlte mich oft so niedergeschlagen, aber Gott hat mich immer wieder aufgerichtet. Ich blieb ihm treu und Gott half mir zu überleben. Er schenkte mir sogar den Mut, anderen Häftlingen von ihm zu erzählen." Sie fand die Möglichkeit, sich mit wenigen anderen Christen heimlich zu treffen. Sie tauschten Bibelverse aus, die sie auswendig kannten, und feierten sonntags auf der Toilette Gottesdienst. So erzählt es Hea Woo bei Open doors, einem Hilfswerk für verfolgte Christen.
„Nach dir, Herr, verlangt mich. Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zuschanden werden, dass meine Feinde nicht über mich frohlocken. Wende dich zu mir und sei mir gnädig, denn ich bin einsam und elend. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten. Ich traue auf dich!“ (Ps. 25, 1-2, 16-17, 20)
Worte, wie sie König David in Psalm 25 spricht, treffen Menschen wie Hea Woo ins Herz. Wieviel Kraft müssen Christen in Nordkorea und in vielen anderen Ländern dieser Welt Tag für Tag aufbringen, um für ihren Glauben einzustehen. Ich merke, wie es meine Vorstellungskraft sprengt, mich in ihre Situation hineinversetzen zu können. Ich kann es nur ahnen. Ich möchte für sie und die vielen anderen verfolgten Christen beten. Ich möchte ihnen die Gewissheit geben: Ihr seid nicht allein! Wir stehen an eurer Seite!
Hat Beten überhaupt Sinn? Nach so vielen Jahren des Betens sind die Zustände in Nordkorea und vielen anderen Ländern immer noch unhaltbar. Christen aus Nordkorea schreiben bei Open Doors:  "Wie können Menschen so etwas fragen? Wie sollt ihr auch sein Wirken verstehen, wenn ihr es nicht erlebt. Natürlich tut Gott hier sein Werk! Und natürlich helfen eure Gebete! Ich bin eine so schwache Person. Doch obwohl ich kaum etwas von der Bibel wusste, sandte Gott mich schon zu anderen Menschen, damit ich ihnen von ihm erzähle. Nachdem Kim Il-Sung 1994 gestorben war, hat sich bei uns viel verändert. Wir haben erkannt, dass er kein Gott ist, sondern ein Mensch wie wir. Dann kam die Hungersnot. Gleichzeitig entstand ein großer geistlicher Hunger im Land. Manche gingen deshalb zu Wahrsagern und Schamanen. Andere – und das ist die gute Nachricht – fanden den wahren Glauben in Jesus. Sie erkennen die Wahrheit, weil wir ihnen das Evangelium verkünden und weil sie das Evangelium in unserem Leben sehen. Menschen werden geheilt. Mich hat Gottes Geist so verändert, dass ich trotz der sehr harten Umstände, in denen ich lebte, den ganzen Tag ein Lächeln im Gesicht trug. Ich teilte mein weniges Essen mit anderen. So haben sie Jesus erkannt. Sagt euren Freunden, dass Gott ihre Gebete erhört. Betet weiter!"
Jesus Christus spricht den Verfolgten zu: „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch,  wenn sie damit lügen. Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnt werden.“ (Matth. 5,11-12)
Und: „Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matth. 28.20)
So wissen wir als Christen, dass unser Flehen ein Ziel hat. Und wir haben das Versprechen, dass Jesus Christus uns in unserer Not begleitet, wie groß auch immer sie sein mag.


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