/ Wort zum Tag

1. Johannes 3,20

Bibelvers

„Wenn uns unser Herz verdammt, ist Gott größer als unser Herz und erkennt alle Dinge.“

1. Johannes 3,20

Kennen Sie das auch: Ihr ganzes Denken und Fühlen ist in Beschlag genommen von einem einzigen Ereignis, von einem Gedanken, von einem Menschen, um den sich alles dreht? Nicht nur für eine Stunde, einen Tag, sondern für eine gefühlte Ewigkeit – unablässig. Es steht im Hintergrund, ist immer da, die ganze Zeit über.
Das kann etwas Schönes sein: das Gefühl einer innigen Liebe oder ein wunderbares Erlebnis, das lange nachwirkt und sich wie ein Zauber über das Einerlei des Alltags legt. Es kann aber auch etwas Schmerzhaftes sein: die Erinnerung an einen schweren Unfall, die mich gefangen hält oder das Bewusstsein um die lebensbedrohliche Krankheit eines Menschen, der mir nahesteht. Und es kann eine Schuld sein, die mich bedrückt und nicht loslässt. Die Erkenntnis, etwas Falsches getan zu haben, kommt manchmal erst so richtig im Nachhinein. Dann nämlich, wenn ich sehe, welche Konsequenzen mein Handeln hat.

So ging es auch einem Menschen, von dem wir im 15. Kapitel des Lukas-Evangeliums hören. Das Erbe, das er sich von seinem Vater vorzeitig hatte auszahlen lassen, hat er rasch durchgebracht. Schnell war alles sinnlos verpulvert, was der Vater sich im Laufe der Jahrzehnte mühsam erarbeitet hatte. Doch als der Sohn dann alleine da stand, ohne Geld und ohne Freunde, da wurde ihm in aller Deutlichkeit klar, was er getan hatte. „Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen“, sagte er zu seinem Vater und verdammte damit sich selbst. Er schloss sich aus dieser innigen Beziehung und aus der Familie aus. Er gab sich selbst verloren. Wie lange wird er gebraucht haben, bis er zu seinem Vater gegangen ist? Wie lange wird er mit dieser inneren Belastung gelebt haben?
Manchmal fällt es schwer, sich selbst zu vergeben. Dann trägt ein Mensch seine Schuld wie eine schwere Last mit sich herum. Er wird nicht fertig damit, dass sich nicht ungeschehen machen lässt, was so schief gelaufen ist. Wie aber reagiert der Vater in der Geschichte? Er nimmt seinen Sohn ganz einfach in die Arme und feiert für und mit ihm ein Freudenfest. Mit diesem Vater vergleicht Jesus Christus, der das Gleichnis erzählt hat, Gott. Ein gnädiger und barmherziger Gott ist das. Einer, der nicht nachträgt, einer, der sich freut über den, der seinen Fehler zugibt und mit allem, was ihn bedrückt, zu Gott kommt.

„Wenn uns unser Herz verdammt, ist Gott größer als unser Herz und erkennt alle Dinge“, heißt es im 1. Johannesbrief(, Kapitel 3, Vers 20).
Gott ist größer als unser Herz. Wichtiger als mein schlechtes Gewissen, als meine Enttäuschung über mich selbst, mein Schmerz oder meine Angst, ist das, was Gott über mich denkt. Nicht darauf kommt es an, wie ich mich selbst sehe. Die Hauptsache ist, wie Gott mich sieht. Und das ist ganz anders, ist wichtiger, ist größer. Ich brauche mich nicht mehr selbst zu verurteilen.

Die Last kann abfallen wie ein schwerer Stein, der lange auf der Seele lag. Gott hilft mir. Er hat seinen Sohn in unsere Welt und in mein Leben geschickt.
In Jesus Christus zeigt Gott mir, dass ich nicht allein bin mit meinem Leid und dass selbst der Tod keine Macht mehr über das Leben der Menschen hat, die ich liebe und über mein eigenes Leben. In Jesus Christus vergibt er mir meine Schuld. All das hat Jesus mir abgenommen, hat es auf sich genommen und ans Kreuz getragen.
Weil er größer ist als das, was mein Herz mir sagt, was ich mir selbst vorhalte.
„Wenn uns unser Herz verdammt, ist Gott größer als unser Herz und erkennt alle Dinge“. Mit dieser Gewissheit können Menschen von Lasten befreit froh in die Zukunft blicken und ihrem Leben eine neue Richtung geben.

Dass dieses feste Vertrauen Ihr Herz und Ihr Leben erfüllen und Sie wie ein heller Hintergrund in Gutem und Schweren anhaltend begleiten möge, das wünsche ich Ihnen!

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