/ Wort zum Tag

2. Mose 20,7

Bibelvers

"Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht."

2. Mose 20,7

Selma Lagerlöf berichtet in ihrer Erzählung, Das Mädchen vom Moorhof von einer Szene vor Gericht. Helga, eine junge Frau, hat einen verheirateten Bauern verklagt. Sie ist eine arme Dienstmagd und hat auf dessen Bauernhof gearbeitet und hat sich auf ein Liebesabenteuer mit dem Bauern eingelassen. Jetzt möchte sie, dass der Bauer sie bei der Erziehung des aus der Verbindung hervorgegangenen Kindes finanziell unterstützt. Der Bauer leugnet jegliche Liebelei. Genetische Nachweise gab es damals noch nicht. Schon am vergangenen Prozesstag hat der Richter entschieden, dass der Bauer einen Eid leisten müsse, wenn er nicht zur Zahlung des Unterhaltes verpflichtet werden will. Der Bauer ist dazu bereit; hat ein Führungszeugnis des Pfarrers mitgebracht und der Richter hat die Eidesformel rausgesucht. Selma Lagerlöf beschreibt das innere Ringen der Frau. Diese will verhindern, dass der Bauer einen Meineid schwört und damit den Namen Gottes missbraucht. Sie kann es erst gar nicht glauben, dass der Bauer so etwas tun würde. Dann muss sie mit Schrecken feststellen: der Bauer ist tatsächlich bereit diesen Meineid zu schwören. Seine Hand liegt auf der Bibel. Einmal schon hat er sich versprochen und sie fangen mit der Eidesformel von vorne an. „Gerade als der Beklagte anfängt, den Eid nachzusprechen, stürzt sie vor, schleudert seine ausgestreckte Hand beiseite und reißt die Bibel an sich. … Sie hat ungeheure Angst vor allem, was mit dem Gericht zusammenhängt, und sie glaubt, dass das, was sie jetzt getan hat, sie auf die Festung bringen werde. Aber sie gibt die Bibel nicht her. Was es auch kosten möge, er darf den Eid nicht ablegen. – ‚Du darfst den Eid nicht schwören!‘ ruft sie ‚Du darfst nicht!‘“ – Es entsteht ein Tumult im Gerichtssaal. Auch die junge Frau ist aufgeregt und es dauert bis sie sich wieder gefasst hat und mit ruhiger Stimme antworten kann: „Ich will die Klage zurückziehen. Er ist der Vater des Kindes. Aber ich hab ihn doch noch lieb. Ich will nicht, dass er falsch schwört!“ „Sie steht aufrecht und entschlossen vor dem Richtertisch und sieht in das strenge Gesicht des Richters. Während der Richter sie betrachtet, geht eine große Veränderung in ihm vor. Das große grobe Gesicht wird durch die Rührung geradezu schön. Plötzlich spürt er, dass seine Augen sich mit Tränen füllen. Er zuckt beinahe beschämt zusammen und wirft einen raschen Blick um sich. Die Umstehenden haben sich vorgebeugt um das Mädchen anzusehen. Und er sieht einen Schimmer auf ihren Gesichtern, als hätten sie etwas Wunderschönes erlebt, das sie bis in das tiefste Herz erfreut hat.“

Ja, ich weiß, etwas melodramatisch vielleicht und lange her und in einem anderen Land spielt diese Geschichte. Aber: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ – Das Klima dieses Gebotes denke ich bringt diese Geschichte tief zum Ausdruck.

Ehrfurcht vor Gott ist schön und macht schön.

Mit dem zweiten Gebot schützt Gott uns und dient uns. Kommen Sie raus aus dem Kumpelhaften und Selbstverständlichen Gott gegenüber.

Sehnsucht nach Nähe und Ehrfurcht vor seiner Größe sind gute Wegbegleiter.

Machen Sie sich bewusst: Ich kleiner Mensch stehe vor dem König aller Könige. Ich darf vor ihn treten und ihn anbeten und klagen und loben und seine Weisungen befolgen und seine Liebe empfangen.

Ehrfurcht vor Gott ist schön und macht schön.

Beten Sie das wunderschöne Anbetungslied von Gerhard Tersteegen: Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. – Nebenwirkung: Schönheit.

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