/ Wort zum Tag

Psalm 66,5

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

Psalm 66,5

In der Jugendarbeit organisierte ich viele Zeltlager für Jungen im Alter von 9-12 Jahren. Bei fast jedem Lager plante ich einen besonderen Nachmittag zur Naturbeobachtung ein. Jeder Junge wurde auf 2 Quadratmeter Waldboden gesetzt. Alleine und so, dass keiner den anderen sehen konnte. Nun sollten sie auf diesem Fleck eine halbe Stunde einfach still dasitzen und beobachten, was passiert. Das war für viele eine Herausforderung. Unvergesslich ist mir, wie ein Junge nach dieser Zeit aus dem Wald auf mich zu gerannt kam und völlig außer Atem, mit weit offenen Augen mir entgegenrief: „Friedhelm, stell dir vor, was ich gesehen habe. Da hat sich doch eine Hummel auf eine Blüte gesetzt!“ Für ihn war das ein ganz neu entdecktes Abenteuer. Und das ist es doch auch – oder?

Eine Hummel ist eigentlich eine unmögliche Kreatur. Die Hummel hat 0,7 Quadratzentimeter Flügelfläche bei 1,2 Gramm Gewicht. Nach den bekannten Gesetzen der Aerodynamik und der Flugtechnik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis von Größe, Gewicht und Körperform zur Flügelspannweite zu fliegen! Das lässt sich im Windkanal-Experiment nachweisen. Die Hummel könnte danach also eigentlich gar nicht fliegen. Sie weiß das aber nicht und fliegt einfach! Warum? Zufall? Einfach so geworden?

Ein Blick auf die Hummel zeigt mir: Das meist so Selbst-verständliche ist letztlich ein einziges Wunder.

Auf den ersten Blick unscheinbar, doch beim genaueren Betrachten faszinierend. Die Wunder der Schöpfung laden uns ein, innezuhalten. Es muss ja nicht gleich eine halbe Stunde auf 2 Quadratmeter Waldboden sein. An jedem Wegrand gibt es Wunder zum Staunen.

Und ich entdecke hinter dem Selbstverständlichen - Gott.

Gott, der hinter seiner Schöpfung steht, der sie jeden Tag erhält. Auch für mich. Und deshalb möchte ich heute mit dem Psalmbeter sprechen:

„Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.“ (Psalm 66,5)

Und was mich am meisten berührt ist, dass ich mit diesem Schöpfer eine persönliche Beziehung haben darf. Jesus Christus ist das sichtbar gewordene Wunder der Herrlichkeit und Ewigkeit Gottes. Ich darf mit ihm sprechen. Und er hat gute Worte für mein Leben. Die Beziehung zu Gott, unserem Schöpfer, gibt meinem Leben Hoffnung, wo es eigentlich nichts mehr zu hoffen gibt. Die Beziehung zu Gott meinem Schöpfer gibt meinem Leben Stabilität, wo ich eigentlich geknickt bin.

Der Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt hat dies schon vor über 300 Jahren in seinen Liedern beschrieben. Seine Lieder schwärmen geradezu von der Kreativität Gottes und seinem Handeln an Menschen. Und das obwohl er überhaupt kein leichtes Leben hatte. 30 jähriger Krieg, elender Streit in Bekenntnisfragen der Kirche, Kanzelverweis in Berlin und dann die letzten Jahre in Lübben. Und doch oder gerade deshalb sind seine Lieder von großer Dichte und von Lebens- und Glaubensmut.  Paul Gerhardt nimmt die Welt wahr wie sie ist. Er freut sich an der Schöpfung und lobt  seinen Gott. Mit sein schönstes Schöpfungslied ist für mich: „Geh aus mein Herz und suche Freud….“  Paul Gerhardt lädt mich ein – wahr-zu-nehmen. Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und nicht alles für selbstverständlich zu halten.  Eigentlich lädt er mich ein, mich diesem Schöpfer zu öffnen. Wo Gottes Wort und Geist in meinem Leben Raum gewinnt, da gewinnt ein Leben neue Kraft. Und deshalb lade ich sie ein, mitzubeten und mitzusingen:

„Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum und lass mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben, und Pflanze möge bleiben.“


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