/ Wort zum Tag

Prediger 7,14

Bibelvers

Am guten Tage sei guter Dinge, und am bösen Tag bedenke: Diesen hat Gott geschaffen wie jenen, damit der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.

Prediger 7,14

„Freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als Nächstes kommt.“

Mit diesem Zitat aus dem biblischen Buch des Predigers, Kapitel 7 Vers 14, wünsche ich Ihnen einen guten Tag. Ob dieser Tag ein Glückstag oder ein Unglückstag ist, lässt sich gar nicht so leicht festlegen. Was vordergründig als Unglück erscheinen mag, könnte sich im Nachhinein als Glück herausstellen.

In China erzählt man sich folgende Geschichte: Zusammen mit seinem erwachsenen Sohn lebte ein alter Vater in einem kleinen Dorf. Der alte Mann war nicht reich, hatte jedoch alles, was man zum Leben brauchte: Und – das Wertvollste - er besaß ein Pferd, mit dem er ausreiten konnte.

Da ereignete es sich eines Tages, dass das Pferd über Nacht aus der Kuppel ausgebrochen und davon gelaufen war. Als die Dorfgemeinde dies erfuhr, kamen sie alle zu dem alten Mann und sagten: „Ach, welch großes Unglück ist über dich gekommen.“

Der alte Mann antwortete: „Mag sein.“

Es war noch am selben Abend, als das Pferd zurückkehrte. Es war unversehrt. Ihm aber folgte ein anderes, wildes Pferd, wunderschön und kräftig. Als die Dorfgemeinde dies erfuhr, kamen sie alle zu dem alten Mann und sagten: „Ach, welch großes Glück du doch hast.“

Der alte Mann antwortete: „Mag sein.“

Am darauf folgenden Morgen versuchte der Sohn das noch wilde Pferd einzureiten. Bei dem Versuch das Pferd zu zähmen, stürzte er und brach sich ein Bein. Als die Dorfgemeinde dies erfuhr, kamen sie alle zu dem alten Mann und sagten: „Ach, welch großes Unglück über dich gekommen ist.“

Der alte Mann antwortete: „Mag sein.“

Die Tage vergingen und der Sohn wurde von seinem Vater liebevoll gepflegt und versorgt. Eines Nachmittags kamen Soldaten des Kaisers in das Dorf. Sie berichteten, es sei Krieg ausgebrochen und jede Familie müsse einen  kriegsfähigen Mann für die kaiserliche Armee stellen. Die meisten Familien mussten einen Sohn oder ihren Vater in den Krieg ziehen lassen. Da der Sohn jedoch noch immer an seiner Verletzung litt, wurde er von dieser Pflicht befreit. Als die Dorfgemeinde dies erfuhr  kamen sie alle zu dem alten Mann und sagten: „Ach, welch großes Glück du doch hast.“

Der Mann antwortete: „Mag sein.“

Haben Sie auch in dem Zitat aus dem Buch des Predigers den Angelpunkt entdeckt? „Gott schickt dir beide!“. Der Angelpunkt ist Gott. Er will die Achse in unserem Leben sein. Von ihm kommt alles und zu ihm geht alles. Wer das für sein Leben entdeckt, kann auch am dunklen Tag das Licht sehen. Asaph drückt es in Psalm 73 so aus: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ Es ist als wollte er  mir für heute sagen: „ Bei allem, was an diesem Tag geschieht, an dir oder durch dich, rechne damit, dass Gott an deiner Seite steht. Diese Gewissheit lässt dich getrost weinen, aber auch fröhlich lachen.“

Glück macht sich nicht in erster Linie fest an Dingen, wie Besitz, Konsum oder Erfolg. Und begegnet mir heute Schweres, dann muss ich nicht verzagen. Ich weiß mich von Gott beschützt und bewahrt – trotz allem und in allem. Zwischen verzagen und verdrängen ist der Weg des Vertrauens. Im Bewusstsein der Nähe Gottes lässt es sich auf dieser Welt trotz aller Probleme und ohne Gier glücklich leben.

Eine solche Lebenshaltung bewirkt eine tief verwurzelte Freude, selbst wenn mir nicht zum Lachen zumute ist. Eine solche Lebenshaltung bewirkt eine verwegene Zuversicht, die sich gründet in der Nähe und Zusage Gottes und Flügel verleiht verwegen vorwärts zu glauben und vor-zu-denken. Eine solche Lebenshaltung lebt von Gottes guten Taten und weniger von den eigenen Begrenzungen.

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