/ Wort zum Tag

Epheser 2,14

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Denn er ist unser Friede, der aus beiden "eines" gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft.

Epheser 2,14

Zunächst einmal geht es hier um zwei Gruppen, die damals miteinander verfeindet waren - Juden und Heiden. Doch ich möchte unser Nachdenken nicht darauf begrenzen. Ich denke, man kann zwei, die in Feindschaft miteinander leben, noch in anderen Zusammenhängen sehen. Dann rückt der Vers uns noch einmal näher. Und seine Wirkungen gelten uns unmittelbarer.

Da sind Frauen und Männer, die in einem Kampf der Geschlechter gegeneinander zu stehen scheinen. Oder denken Sie an das Miteinander - oder Gegeneinander - der Alten und Jungen. Und: Durch die Jahrhunderte und Jahrtausende zieht sich der Krieg, der Reiche und Arme in Gegnerschaft verbindet.

In Jesus Christus nun soll dieser Kampf überwunden sein. Er hat Frieden gemacht. - Interessanterweise geht es hier nicht um den Frieden mit Gott, sondern einen sehr diesseitigen Frieden zwischen uns Menschen. Paulus setzt den Frieden mit Gott voraus. Er fragt: Wie wirkt sich das aus, dass wir Frieden mit Gott haben? Ohne diesen Frieden ist auch keine andere Gemeinschaft unter uns möglich. Ohne die Gemeinschaft mit ihm schaffen wir es nicht, unsere Eigeninteressen dauerhaft zurückzustellen.

Aber wenn es eine Gemeinschaft mit Gott gibt, genauer, wenn wir in dieser Gemeinschaft mit Gott leben, muß das nicht auch im Miteinander Folgen haben? Wenn wir denn durch Christus neue Menschen sind, dann muss es doch anders weitergehen. Und darum geht es Paulus: Der Friede wirkt sich aus. Christus verbindet uns.

Lassen Sie mich das an den Gegensatzpaaren vom Anfang verdeutlichen.

Wie könnten sich Frieden oder Versöhnung in diesen Konfliktfeldern konkret auswirken? Versöhnung, die von Christus ausgeht und seinem Sterben für uns. Wie kann sich das auswirken, wenn Menschen damit ernst machen, dass der Zaun der Feindschaft durch Christus abgebrochen ist?

Zum Beispiel indem Christen sich für die Juden stark machen. Für die Juden in Deutschland, nicht nur für den Staat Israel. Auch für Juden, die nicht die Absicht haben, sich taufen zu lassen. Indem wir Christen den Schmähreden und der aufkommenden Judenfeindlichkeit widersprechen.

Aber auch indem wir den garstigen Graben zwischen Frauen und Männern überwinden. Wie ist das mit Frauen in unseren Gemeinden? Schon vor Jahrhunderten haben sich gerade Christen dafür stark gemacht, Frauen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Mir scheint, dass wir diesen Weg weiter gehen müssen. Das Neue Testament gibt uns dafür wichtige Hinweise.

Oder der Graben zwischen Alt und jung. Wie unversöhnt stehen sich manchmal die Generationen gegenüber. Dabei waren alle Alten einmal jung und alle Jungen werden einmal alt. Doch jede Lebensphase sieht vornehmlich sich selbst. Ich staune manchmal über die Fantasielosigkeit der Jungen und die Vergesslichkeit der Alten.

Gewiss gibt es noch weitere Gegensätze, die durch Christus eigentlich versöhnt sein müssten. Aber als Beispiele mag es genug sein. Sie sollen helfen, die Absicht von Jesus zu erkennen – Frieden zu bringen und zu verbinden, was getrennt ist.


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