/ Wort zum Tag

Lukas 5,5

Bibelvers

Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.

Lukas 5,5

Jesus trifft auf einige Fischer am See Genezareth. Zu ihrem Sprecher Simon sagt er: „Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus.“ Für einen Fischer ist das eine einfache Sache. Das ist sein Beruf. Das hat er gelernt. Doch die Sache hier hat einen Haken. Gewiss, Simon Petrus kann das. Und die anderen können das auch. Aber jetzt am Tage die Netze auswerfen? Das ist gegen alle Berufserfahrung. Niemand fährt am Tage zum Fischen auf den See Genezareth. Am Tage sind die Fischschwärme in aller Regel unerreichbar. Dazu muss man wissen: Die ganze Nacht waren die Fischer draußen gewesen und sind hundemüde von der vergeblichen Arbeit. Denn sie haben nichts gefangen. Dann ist das ja nun am Tage erst recht ein aussichtsloses Unterfangen. Aber diese Aufforderung „Fahre hinaus, wo es tief ist und werft eure Netze zum Fang aus“ ist nun keine Bitte mehr, sondern eine klare Anweisung. Und der Fischer Simon antwortet: „Meister.“ Und in dieser Anrede liegt schon ein Stück Anerkennung, Hochachtung. Ich will ihm, drückt Petrus damit aus, auch in meinem Beruf den Meister sein lassen. „Meister“, sagt Petrus, „wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Das heißt: Sinn scheint mir das nicht zu machen. Aber Petrus sagt weiter: „Doch auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.“ Mit anderen Worten sagt er: Ich will dir aber trotzdem nicht widersprechen. Ich werde es probieren. Die Bedenken sind ausgesprochen. Die Skepsis liegt auf der Hand. Der Zweifel ist deutlich. Der gesunde Menschenverstand, die ganze bisherige Berufserfahrung sprechen dagegen. So ist das manchmal mit den Aufträgen, die von Jesus kommen. „Auf dein Wort hin.“ Auf deine Rede hin, Jesus, weil du mir das aufträgst, will ich es tun.

Ist es nicht so? Und vielleicht kennen Sie das auch aus Ihrer Erfahrung: Nur zu oft warte ich auf eine günstige Gelegenheit, weil der Augenblick mir ungünstig erscheint. Aber wenn ich stets warten will, bis die Umstände perfekt sind, werde ich nie etwas beginnen. Ich muss losgehen, aufbrechen. Ich muss glauben, ehe ich alles begreife und dann lerne ich begreifen, warum ich glaube.

Was ist da aus der Begegnung von Petrus mit Jesus erwachsen? Vertrauen. Und zwar Vertrauen in seine Worte. Mit dem Vertrauen auf Jesus auch gegen die eigene Erfahrung begann es damals, beginnt es auch heute immer wieder. Ohne dieses Vertrauen geht es nicht. Petrus hat den Auftrag gehört. Er gehorcht. Hier zeigt sich schon etwas von dem Glaubensgehorsam des Petrus.

Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hat mal gesagt: „Nur der Gehorsame glaubt.“ Und er wollte damit sagen: Ich kann ganz viel Bibelwissen haben. Ich kann jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen. Wenn ich aber nicht das tue, was Jesus sagt, dann zeigt das zumindest, dass das auch mit meinem Glauben nicht so weit her ist. Hier wird deutlich, dass von einem Christen manch­mal, nicht immer, aber manchmal verlangt wird, dass er selbst in aussichtsloser Lage noch etwas tun soll. Petrus tut, was ihm gesagt wurde. Er vertraut aufs Wort hin. Und da macht er eine für ihn und nicht nur für ihn völlig unerwartete Erfahrung. Das Wort hält, was es ver­spricht. So wie es im 33. Psalm von Gott heißt: „Denn wenn er spricht, so geschieht es. Wenn er gebietet, so steht es da.“ Es scheint ein geistliches Grundprinzip zu sein: Wenn der Mensch hört, dann redet Gott. Wenn der Mensch gehorcht, dann handelt Gott. Dem Glauben wird hier das Wunder geschenkt.

Und jetzt, nachdem sie hinausgefahren sind, nachdem sie die Netze ausgeworfen haben, nachdem sie gegen alle ihre bisherigen Erfahrungen gehandelt haben, machen die Fischer den Fang ihres Lebens, haben sie alle Hände voll zu tun. Eben weil sie auf sein Wort hin, auf Jesu Worte hin, gehandelt haben.

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