/ Wort zum Tag

1. Könige 8,27

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

„Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?“

1. Könige 8,27

Epheser 3,17

Als der Berliner Dom nach langer Renovierungszeit wieder in Dienst genommen werden sollte, begann der damalige rheinische Präses, der die Predigt halten sollte, mit den Worten „Gott braucht keine Dome.“ Schrecksekunde. Hatte man nicht für viel Geld eben diesen Dom renoviert, endlich, nach der Wiedervereinigung, weil zu DDR-Zeiten kein Geld dafür da war? Aber der Präses hatte recht: Gott braucht die Dome nicht. Denn auch die größten können den Herrn nicht fassen, der dort gelobt werden soll. König Salomo wusste das schon an dem Tag, als er im neuerbauten Tempel zu Jerusalem betete – so steht es in 1. Könige 8, 27: „Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?“
Arme Kirchenbauer. Wenn schon der große Salomo wusste, dass Gott keinen Tempel braucht, um darin zu wohnen, weil er größer ist, dann spielen wir mit unseren Kirchen und Gemeindezentren doch noch mehr in der zweiten oder dritten Liga. Warum Gotteshäuser? Weil wir einen Ort brauchen, um zusammenzukommen. Wir mehr als Gott. Gott lässt sich nicht fassen, weder in einem Tempel noch in einem Dom, wenn er etwas von seiner Größe zeigt, dann braucht er keine Gebäude. Nicht mal den Himmel, von dem wir Christen doch glauben, dass er dort wohnt. Der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – das können wir uns gar nicht vorstellen. Wir meinen, Gott zu verlieren, weil er so groß ist.
Dabei handelt Gott  anders herum. Er macht sich klein, um fassbar zu werden. Das heißt nicht, dass wir nun auf unsere Gebäude verzichten sollen. Aber das heißt, dass wir mit Salomo wissen, dass er sich dort nicht einfangen lässt. Gottes Gegenwart bindet sich anders.  Er bindet  sich an Jesus Christus. Da ist er zu fassen – und manche Personen in der Bibel merken das auch, Simeon zum Beispiel, der das neugeborene Kind im Tempel zu Jerusalem auf die Arme nimmt. Der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen? Simeon kann es – und wir merken, dass sich Gott ganz klein macht, um fassbar zu werden. Der, den nichts einfangen kann, der macht sich ganz klein, damit wir sehen, dass er zu uns kommt, dass er für uns kommt. Dass wir gar nicht erst anfangen, uns Gedanken zu machen, wie wir es denn mit unserem bescheidenen Verstand und unseren bescheidenen Möglichkeiten anfangen sollten, Gott zu fassen, Gott zu begreifen, weder mit Häusern noch mit unserem Verstand. Wenn er kommt, dann kommt er, weil er es will. Wenn er kommt, dann so, wie er das sagt, gebunden nur an seine Worte, sein Versprechen.
Das ist nichts zum Schulterzucken in der Art: „Was sollen dann alle unsere Kirchen und Gemeinderäume!“ Sie weisen in ihrer Art auf Gott hin, mit einem Kreuz, einem Turm vielleicht. Hinweiszeichen. Dass dieser unfassbare Gott in unsere Welt gekommen ist. Menschen zu suchen und zu retten, unter seinen Menschen zu wohnen und jederzeit anrufbar zu sein.
 


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