/ Wort zum Tag

Hebräer 10,23

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat."

Hebräer 10,23

Beim Klettern in den Dolomiten habe ich gelernt.
Es kommt nicht nur darauf an einen Halt zu haben, an dem ich mich festhalten kann. Wichtig ist, dass der Halt auch wirklich hält. Wer sich z. B. an einem Stein festhält, der nicht fest sitzt, stürzt mitsamt seinem Haltepunkt ab.

Um das Festhalten geht es auch im Hebräerbrief: „Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.“ (Hebräer 10,23 )

Der Hebräerbrief wurde an Menschen geschrieben, die enorm viel für ihren Glauben in Kauf nahmen. Das waren keine bloßen Mitläufer, sondern ganz großartige Jesusleute.

Dass der Weg mit Jesus nicht nur auf sonnigen Höhen verläuft, hatten sie längst bemerkt. Eine Verfolgungswelle war über die junge Christengemeinde hinweg gegangen. Ihre Güter wurden beschlagnahmt und ihr Besitz eingezogen. Kaum zu glauben, aber sie haben es mit Freude hingenommen. Ihr Glaube war ihnen mehr wert als Besitz und Ehre. Sie wussten: Durch den Glauben an Jesus Christus haben wir etwas viel Besseres. Etwas, was uns niemand nehmen kann. Wir haben Direktkontakt zum Weltenherrscher und einen Platz im Himmel - für immer und ewig.

Einige von ihnen wurden wegen ihres Christseins eingekerkert – sie haben sich gegenseitig beigestanden und es miteinander durchgestanden. Sie wurden öffentlich beleidigt und misshandelt und zur Zielscheibe allgemeinen Vergnügens.  Allen Widerständen zum Trotz hatten sie ausgehalten (Hebr. 10,32f.).

Dann aber hat sich Resignation eingeschlichen. Der frühere Elan war weg. Es ging nur noch mühsam voran. Mutlosigkeit drohte den Glauben zu ersticken. Verzagtheit hatte von ihren Herzen Besitz ergriffen. Die Christen standen in der Gefahr, alle Hoffnung sinken zu lassen und aufzugeben! In dieser Situation erreicht sie ein Ermutigungsbrief. Die Einladung, dranzubleiben und durchzuhalten.

Das Bekenntnis der Hoffnung ist der feste Halt, woran ich mich als Christ in jeder Lage festhalten kann. Die Verheißungen Gottes sind unerschütterlich. Sie geben Halt, sogar in der Haltlosigkeit des Todes.
Deshalb will ich mich trotz aller Zweifel und Fragen daran festhalten:
Festhalten an Jesu Zusage, dass er mich niemals verlassen wird.
Festhalten an Jesu Versprechen, dass mich nichts und niemand aus seiner Hand reißen kann. Nicht einmal der Tod.
Festhalten an seiner Zusicherung, dass er für mich eine Wohnung in Gottes Welt vorbereitet hat. 
Festhalten an der Hoffnung, auf den Himmel, in dem es Freude pur und Glück ohne Verfallsdatum gibt.  

Die Voraussetzungen dafür liegen zum Glück nicht bei mir, sondern in in der Treue Gottes. Gut zu wissen:
Gott ist treu – auch wenn ich die Haltung verliere. 
Gott ist treu – auch wenn ich haltlos werde.
Gott ist treu – auch wenn mir die Durchhaltekraft ausgeht.

Alles hängt von Gottes Treue ab. Und die steht felsenfest.
Voll Vertrauen kann ich mich daran festklammern.

Jesus bietet Halt in jeder Lage. Bei einer Besichtigung der Meersburg am Bodensee wurde mir dieses Wissen eindrücklich vor Augen geführt. In einem der vielen Räume ist der Zugang zum Verließ. Es ist ein Loch in der Decke, durch das der Verurteilte „auf einem Knebel reitend“ 9 Meter tief hinunter gelassen wurde. Der kalte und feuchte Kerker mit seinen katastrophalen sanitären Verhältnissen kostete Viele das Leben. Die in die Wände geritzten Botschaften von Gefangenen erzählen davon. Eine davon ist überraschend anders. „Jesus meine Hoffnung“ steht da.
Wer diese Worte in die Wand geritzt hat? Ich weiß es nicht, auch nicht, warum er es tat. Als Bekenntnis seiner Erfahrung. Als Hinweis für andere. Als „Merkzettel“ für sich selbst?
Wie auch immer: Da war einer ganz unten. Und doch hielt er sich an dem fest, der ihn auch im Tief nicht hängen lässt. Und er erlebt: Jesus, meine Hoffnung.


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