/ Wort zum Tag

Jesaja 62,2

Bibelvers

„Du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des Herrn Mund nennen wird.“

Jesaja 62,2

Vor sieben Jahren habe ich auch einen neuen Namen bekommen. Ich habe meinen alten Namen abgelegt und heiße jetzt „Schmidt“. Vorher hieß ich „Auffarth“. Wenn ich nun im Wartezimmer eines Arztes sitze, stehen meistens noch mehrere Leute auf bei „Frau Schmidt, bitte!“ Ich bin abgerutscht in die Kategorie „No name“, denn Schmidts gibt es viele; der Name „Auffarth ist seltener. Aber: ich wollte zu meinem Mann gehören, und das sollte man auch erkennen können, immerhin war ich 48 Jahre lang Single und bin dankbar, mit einem wunderbaren Mann verheiratet zu sein. Kinder würden wir nicht haben, das war nicht zu erwarten, leider – aber wenigstens den Namen wollte ich gern haben!
Mit meiner Namensänderung bin ich in einen anderen Stand gekommen: verheiratet, ich gehöre dazu – zu der Familie Schmidt, ich gehe zu Familienfesten mit, und mehr. Ich habe weniger Freiheit – etwa, wie ich meine Zeit einteile; gestern z.B. warf mir mein Mann vor „Ich bin ja nur das fünfte Rad am Wagen bei dir, die Arbeit geht bei dir immer vor!“ Das hat gesessen, und jetzt überlege ich, wie ich das ändern kann; offenbar lebe ich mein altes Leben weiter – obwohl ich ein neues habe? O weh!
Einen neuen Namen bekamen manchmal Menschen, von denen in der Bibel erzählt wird: Jakob, der Hinterlistige, bekam den neuen Namen „Israel“ „Der für Gott kämpft“ – oder auch: „für den Gott kämpft“? Aus Simon wurde „Petrus“, der „Felsenmann“ – und gerade bei ihm wissen wir, dass er das zuerst gar nicht war; er war sehr emotional und darum unzuverlässig; später wurde er zum „Felsen“, er wurde für die erste Gemeinde jemand, auf den man sich verlassen konnte; das hat Jesus schon in ihm gesehen, als er es noch gar nicht war – und vielleicht ist Petrus erst so geworden, nachdem er total gescheitert war?  Und weil Jesus für ihn gebetet hatte?
Wenn in anderen Ländern Menschen getauft werden, bekommen sie manchmal auch einen neuen Namen, so habe ich gelesen. Bei den Dschagga lautet ein neuer Name „Ndepfio = es ist einer für mich gestorben“; „Mlekio = der dem vergeben ist“.  In Indien „Doyanidhi = Meer der Güte“.
Was Gott wohl in Ihnen schon sieht? Ob Ihr Name – und nun meine ich den Vornamen – eine Verheißung in sich trägt? Ob da ein Wunsch Ihrer Eltern drin war – und ob Ihre Eltern das vielleicht gemacht haben auf einen Stups Gottes hin? Gott sieht schon, was aus uns werden kann! Ich bin dankbar für meinen Namen „Renate“ = die Wiedergeborene, und ichwünsche mir sehr, dass ich auch anderen den Weg zu einem neuen Leben zeigen kann. Meine Schwester „Christliebe“ kann mit ihrem Namen zurzeit nichts anfangen, sie kürzt ihn ab mit „Chris“ – aber der Weg Gottes mit ihr ist ja auch noch nicht zu Ende…
Ich versuche, meinen Konfirmanden ihre Denk-Sprüche so zu geben, dass sie was mit ihrem Namen zu tun haben: „Lukas – der Licht bringt“, Jesus möge seinen Weg hell machen, und vielleicht wird er auch anderen Licht bringen? Schwierig ist das mit Namen wie z.B. Romeo – ich musste immer aufpassen, wenn ich ihn aufrief, dass ich das „Alfa“ vorher wegließ… Nun ja, Romeo hieß ja auch der Geliebte von Julia; so habe ich ihm den Spruch vorgeschlagen „Lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat (Epheser 5,2)“; ich hoffe, dass er eines Tages diese Liebe entdeckt und dass aus dem coolen Einzelgänger einmal ein fröhlich Liebender wird.
Ist diese Lebensgeschichte Gottes mit mir spannend!
 

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