/ Wort zum Tag

2. Mose 13,18

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Darum ließ er das Volk einen Umweg machen und führte es durch die Wüste zum Schilfmeer. Und Israel zog wohlgeordnet aus Ägyptenland."

2. Mose 13,18

Waren Sie schon einmal Bergwandern? Sie atmen glasklare Luft, die Sonne scheint vom blitzblauen Himmel, majestätisch ragt der Berg vor Ihnen auf.  Ganz oben glitzert das Gipfelkreuz, gerade schon mit bloßem Auge zu erkennen. Motiviert und entschlossen wandern Sie los. Am liebsten würden Sie direkt und geradeaus dem Gipfel entgegen klettern.
Aber dann macht der markierte Wanderweg eine Biegung. Und noch eine. Danach führt der Weg gar nicht mehr geradewegs auf den Gipfel zu, sondern windet sich langsam und kurvenreich in Serpentinen nach oben. Ein Umweg.
Die wenigsten Menschen mögen Umwege. Ich nicht. Umwege sind mir lästig, zu umständlich. Am liebsten würde ich den geraden Weg antreten, die Steigerung direkt anpacken, die vor mir liegt.
Dabei sind Umwege beim Bergwandern unbedingt wichtig. Wer auf dem direkten Weg zum Gipfel empor klettert, würde ziemlich sicher nach kurzer Strecke kraftlos aufgeben und umkehren.
Umwege sind also manchmal genau das Richtige. Sie helfen uns, schwierige Situationen zu umgehen, denen wir nicht gewachsen wären. Situationen, von denen wir auf unserem Umweg vielleicht nicht mal ahnen, dass sie existieren und dass wir sie gerade umgehen.
Ein Umweg bedeutet nicht, dass mein Weg zum Ziel verbaut ist. Manchmal wird es mir durch einen Umweg überhaupt erst möglich, mein Ziel zu erreichen. Es ist eine weise Lebenseinstellung, Umwege in Kauf zu nehmen, um wirklich ans Ziel zu kommen.
Das gilt auch für jemanden, der sein Leben in Verbindung mit Gott lebt. Auch die Wege, die Gott führt, bestehen manchmal aus Umwegen.  Das Volk Israel hat das im Alten Testament einmal sehr deutlich erlebt.  Erst kurz zuvor hatte Gott sie aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Nun zogen sie voller Hoffnung in die Freiheit, hin zur neuen Heimat, die Gott ihnen versprochen hatte.
Irgendwann auf diesem  Weg aus der Sklaverei in die Freiheit müssen sie festgestellt haben, dass Gott sie nicht auf dem schnellsten Weg dorthin führte. In 2. Mose 13 heißt es:
Gott ließ das Volk einen Umweg machen und führte es durch die Wüste zum Schilfmeer.
Das Volk Israel zog nicht auf dem kürzesten Weg an der Mittelmeerküste entlang, sondern auf einem viel längeren Weg durch die Wüste im Hinterland. Sengende Hitze statt frischer Meeresbrise – eine Durststrecke im wahrsten Sinne des Wortes. Gott führte seine Leute auf einen Umweg.
Gott tut das mit seinen Leuten bis heute. Wer Gott folgt, geht oft nicht den schnellsten und kürzesten Weg.
Einen Umweg geführt zu werden, das war für das Volk Israel damals unbequem. Unangenehm. Waren sie nicht befreit? Wollte Gott sie nicht dorthin bringen, wo es ihnen gut ging? Warum jetzt diese Mühe, diese Hitze, dieser Durst? Warum dieser Umweg?
Die Israeliten wussten nicht, dass sie auf diesem Umweg einem Kampf mit den Philistern aus dem Weg gingen, deren Siedlungen an der Meeresküste lagen. Sie wären ziemlich sicher in Kämpfe mit den Philistern verwickelt worden. Entmutigt und verängstigt wären sie vielleicht sogar nach Ägypten zurück gekehrt, zurück in die Sklaverei. So wie der Bergwanderer, der sich am direkten Weg zum Gipfel überhebt, der entkräftet aufgeben und umkehren muss.
Gott zu vertrauen, das erfordert oft langwierige und manchmal auch schwierige Umwege. Gott ebnet seinen Leuten meistens keinen glatten Weg. Aber immer führt er so, dass die, die ihm folgen, wirklich ans Ziel kommen. Auf einem Weg, den sie auch bewältigen können.
Ich weiß nicht, was heute oder morgen vor Ihnen liegt. Vielleicht ein Arztbesuch. Oder eine schwierige Aufgabe an Ihrem Arbeitsplatz. Oder ein notwendiges klärendes Gespräch in Ihrer Beziehung. Wenn Sie das, was vor Ihnen liegt, als Umweg empfinden, dann denken Sie an die Israeliten:
Gott ließ das Volk einen Umweg machen und führte es durch die Wüste zum Schilfmeer. Aber wenn Gott seine Leute einen Umweg führt, ist es gut für sie. Er weiß es besser. Und ich stehe vor der gleichen Frage wie das Volk Israels damals: Vertraue ich Gott auch auf den Umwegen des Lebens?


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