/ Wort zum Tag

Lukas 19,8

Bibelvers

" Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück."

Lukas 19,8

Sprüche 10,2

Zugegeben: Bald mag ich die Nachrichten über Steuerbetrug, Steuerhinterziehung, Korruption, überhöhte Managerlöhne und Boni, Rohstoffspekulationen oder Devisenbetrügereien nicht mehr hören. Seit Jahren löst eine Enthüllung die andere ab und die Medien haben ihren Stoff!
Aber nicht nur „die da oben“ sind so, sondern auch wir „normalen“ Bürger sind nicht davor  gefeit, uns Vorteile zu verschaffen oder uns auf Kosten anderer zu bereichern. So wurde im Frühling bekannt, dass deutsche Privathaushalte vierhunderttausend Pflegerinnen und Haushaltshilfen aus Osteuropa zu schlechten Bedingungen angestellt haben: Sie müssen 24 Stunden pro Tag verfügbar sein, jedoch mit geringem Lohn ohne soziale Absicherung, Freitage und Ferien.

Unser Bibelwort für heute aus den Weisheitssprüchen von König Salomo legt den Finger unerbittlich auf dieses Übel: „Unrecht Gut hilft nicht, aber Gerechtigkeit errettet vom Tod.“ Wer also zurückhält, was anderen rechtmäßig gehört, scheffelt „unrecht Gut“! Denn jeder Arbeiter hat seinen Lohn verdient.
So meinen beispielsweise manche Christen, bei christlichen Unternehmern bekämen sie besondere Rabatte und Vergünstigungen. Ein Geschäftsmann erzählte mir einmal davon und schloss mit der bissigen Bemerkung: „Es gibt Gemeindeglieder, die erwarten, dass man brüderlich möglichst alles umsonst repariert und anliefert!“.
Noch einmal: Unrecht Gut ist nicht nur das, was man unterschlägt, heimlich mitlaufen lässt oder heimlich aufs eigene Konto abbucht, sondern auch das, was man dem Nächsten unrechtmäßig vorenthält!

Die Enthüllungen der letzten Jahre haben allerdings auch bestätigt, dass sich unrechte Bereicherung immer irgendwann einmal totläuft – oft erst nach langer Zeit, aber dann umso heftiger.
Deshalb lädt unser Bibelwort ein zu einer Gerechtigkeit, die eben nicht zum „Tod“ führt: Also nicht in die Sackgasse, ins Gefängnis, in den totalen Absturz und Ruin oder in Schimpf und Schande!  

Vor zweitausend Jahren erinnert sich ein hoher Beamter der römischen Zollbehörde in Palästina offensichtlich an diese alttestamentliche Weisheit. Er hatte nämlich an den Zollstellen jahrelang überhöhte Taxen einziehen lassen. Seine Beamten haben davon profitiert, am meisten jedoch ihr Chef. Niemand konnte etwas gegen dieses korrupte römische Zollsystem ausrichten, aber als jüdischer Kollaborateur hatte er Synagogenverbot  und wurde gemieden, wo man nur konnte!  Als Zachäus plötzlich merkt, dass er sich verrannt hat, sucht er Jesus auf. Und es kommt dann in seiner Luxusvilla nach einem  Abendessen zu einer langen, intensiven und befreienden Aussprache!
Anschließend erklärt dieser ehemalige unverschämte Abzocker öffentlich, dass „unrecht Gut“ kein Glück bringe, sondern die echte Freude am Leben abwürge. Und er steht zu seiner Schuld, zahlt das unrechtmäßig erworbene Geld vierfach zurück und finanziert mit der Hälfte seines Reichtums ein Hilfsprojekt für die Armen.

Jesus befreit also zu einem Leben ohne Lug und Trug, und damit ohne „unrecht Gut“! Welch ein Segen entsteht für eine Gesellschaft, wenn solches geschieht! Zachäus ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Gottes Geist eine echte Freude an der Nächstenliebe schenkt.
Übrigens:  Zachäus hat bis heute unzählige Nachahmer gefunden! Ich vermute, auch Sie gehören dazu!

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