/ Wort zum Tag

Matthäus 5,4

Bibelvers

„Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“

Matthäus 5,4

Ein Kunstwerk steht vor meinen Augen. Ein Künstler aus Mecklenburg, Walter Green, hat es gemacht. Er arbeitet mit Hölzern und Balken aus Abbruchhäusern. Ihnen gibt er eine neue, überraschende Bedeutung.  Das Kunstwerk, an das ich denke, hatte er mitgebracht zu einer Ausstellung in unserer Gemeinde. Es besteht aus mehreren alten Balken, jeweils aufrecht stehend auf eine Unterlage montiert. Die Balken tragen die Male ihrer Geschichte. Löcher, Risse, in manchen stecken noch rostige Nägel und Reste von alten Ketten. So wie Walter Green die Balken angeordnet hatte, erinnern sie an eine Gruppe von Menschen. Zerlumpt, krumm und hinkend kommen sie daher. Keine Leute von der Sonnenseite des Lebens. „Looser“ würden wir sie heute wohl nennen. Menschen, die das Leben schwer gezeichnet hat.
„Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden!“
Das Bibelwort aus der Bergpredigt fällt mir ein, wenn ich an die Skulptur von Walter Green denke. Menschen kommen mir in den Sinn, die so wie diese alten Balken daher geschlurft kommen. Gebeugt, hinkend, vom Leben schwer gezeichnet. 
Sie, gerade sie, werden selig gepriesen.
Jesus überrascht uns. Seine Worte sind so ganz anders, als wir es erwarten würden. Nicht die strahlenden Sieger werden glücklich gepriesen. Nicht die, die sowieso im Rampenlicht stehen und ständig in den Nachrichten kommen. Nicht die auf den roten Teppichen dieser Welt. Jesus gratuliert ganz anderen Leuten. Die, die arm sind, werden gepriesen, die traurig sind, die auf Gewalt verzichten, die sich nach Gerechtigkeit sehnen.
Ich weiß nicht, in welcher Situation Sie sich gerade befinden, wenn Sie diese Worte hören. Vielleicht kommen Sie sich vor wie die erbärmlichen Gestalten des Kunstwerks, gebeugt, angekettet, versehrt von unzähligen sichtbaren und unsichtbaren Wunden.
Vielleicht fühlen Sie sich, als steckten Sie in einer Sackgasse. Vielleicht ist der Berg Ihrer Sorgen so groß, dass Sie keinen Ausweg mehr sehen.
So verrückt es klingt: Jesus gratuliert denen, die Leid tragen. Jesus preist die glücklich, die trauern. Das ist doch nichts anderes als die Einladung,  mit unserem Leid zu Jesus zu kommen. Er lädt uns ein, unsere Sorgen  auf IHN zu werfen. Und wenn es keinen anderen Namen mehr gibt, den Sie um Hilfe anrufen könnten, nicht nur dann rufen Sie den Namen Jesus an. Hören Sie, was Jesus zu Ihnen sagt? Glücklich bist Du, wenn Du Leid trägst, denn du wirst getröstet werden. 
Das Leiden hat manche Menschen bitter gemacht. Das ist die eine Möglichkeit, wie wir auf Leiden reagieren können. Dann sind wir voller Anklagen gegen Menschen und Gott.
Das Leiden hat andere Menschen demütig und barmherzig gemacht. Das sind die, die es erfahren haben, dass aus dem Leiden auch ein großer Segen erwachsen kann. Leiden kann ein Ruf sein, auf Gott zuzugehen.
Jesu Wort ist keine leere, fromme Verheißung. Es ist ein kraftvoller Zuspruch. Eine Verheißung, die Ihnen gilt: Sie werden getröstet. Geben Sie nicht auf.
Jesus tröstet durch sein Wort. Und er tröstet durch Menschen, die Gott gebraucht.
Und: Das Leid ist nicht ewig. Die Sonne wird wieder leuchten.
 

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