/ Wort zum Tag

Hebräer 12,1

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

„Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist.“

Hebräer 12,1

"Auf die Plätze, fertig, los!“ So klingt es mir aus dem Sportunterricht noch in den Ohren. Wir standen auf dem Sportplatz in den Startlöchern. Eine Gruppe mehr oder weniger motivierter Schüler aus dem Gymnasium. Jetzt war es soweit. Gleich würde es losgehen. Es galt, so schnell wie möglich zu laufen. Von der Zeit hing die Sportnote ab. Je schneller desto besser. Aber bis es endlich soweit war! Der Weg zum Sportplatz war schon weit. Und bis sich alle umgezogen hatten, dauerte es seine Zeit. Alles Überflüssige wurde ausgezogen. Es würde nur hindern. Allein die Sportkleidung blieb. Niemandem wäre eingefallen, in Alltagskleidung und Straßenschuhen zu laufen. Wir hatten nicht den Ehrgeiz, den deutschen Rekord einzustellen. Und doch gab es ein paar Regeln, die auch wir Schüler damals beachteten. Beim Laufen sollte uns möglichst nichts behindern. Keiner wäre etwa auf die Idee gekommen, mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken zu laufen.
Das Beispiel vom Laufen gebraucht der Verfasser des Hebräerbriefes. Mit seinem Schreiben  wollte er die Leser ermahnen und ermutigen.
Er wollte sie darin ermahnen, keinen unnötigen Ballast mitzunehmen. Das Leben ist ein Kampf, so schreibt er. Da braucht es alle Kraft, die man hat, um ihn zu bestehen. Das hatten seine Leser schon erfahren. Es war damals nicht leicht, als Christ zu leben. Sie wurden angefeindet und verfolgt. Christsein war keine gemütliche Sache. Das waren Erfahrungen, die viele Christen heute auch wieder machen. Der Verfasser mahnt seine Leser, alles, was sie beschwert, abzulegen.
Denken Sie mal darüber nach, was Sie anderen Menschen „nach-tragen.“ Vielleicht ist jemand an Ihnen schuldig geworden, und Sie tragen es ihm oder ihr ein Leben lang nach. Ich denke an eine alte Frau, die mir bei einem Besuch sagte: „Mein Mann hat damals, vor 30 Jahren, das und das zu mir gesagt, und das vergebe ich dem nie!“  Sehen Sie den Rucksack, den diese Frau seit 30 Jahren mit sich schleppt? Wie soll sie das Rennen bestreiten, mit so einer Last auf dem Rücken? Wie soll sie den Kampf bestehen, wenn alte Sünde unvergeben ist und sie belastet?
Ermutigen wollte der Verfasser des Hebräerbriefes mit den Beispielen, die er seinen Lesern vor Augen stellt. Vorher lässt er eine ganze große „Wolke von Zeugen“ vor ihren Augen  vorüberziehen. Männer und Frauen des Glaubens, die durch ihr Leben und ihren Glauben vorgemacht haben, wie es geht. Wie man als Mensch im Vertrauen auf Gott leben kann. Weil andere es vor uns geschafft haben, darum können auch wir es schaffen, so argumentierte er.
Ist das nicht Mut machend? Wir müssen nicht mit den alten Lasten laufen. Wir müssen den Rucksack mit alter Schuld nicht weiter mit uns rumschleppen. Gott sei Dank! Wir müssen es nicht! Also: Auf die Plätze, fertig, los!


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