/ Wort zum Tag

Galater 5,7

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

„Ihr lieft so gut. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen?“

Galater 5,7

Aller Anfang ist leicht. Als ich diesen Satz das erste Mal hörte, wollte ich Einspruch einlegen. Aber im Reich Gottes gelten andere Gesetze als im Reich dieser Welt. Im Glauben ist das so: Der Anfang ist herrlich. Es ist wunderschön, Gott auf seiner Seite zu haben. Alles wird irgendwie neu. Doch dann melden sich die alten Herren, denen man so lange gedient hat. Die alten Ansprüche werden geltend gemacht. Das alte Lebensmuster schlägt wieder durch. Wir wissen aus der Medizin, dass die Immunabwehr des Körpers transplantierte Organe abstoßen will. Das gilt auch für den geistlichen Bereich. Deshalb merkt jeder, der im Glauben einen Anfang gemacht hat, dass sich das neue Leben erst einmal durchsetzen muss. Manche wollen diesen Kampf nicht und kapitulieren. Sie wollen ein bisschen von Gott und ein bisschen von dem alten Lebensmuster. Aber nur zum Teil zu Gott zu gehören, geht einfach nicht. Solch ein Zustand schafft geistliche Herzkrankheit. Halbherzig leben macht krank. Ein geteiltes Herz bringt nur Schmerz. Ohne Kämpfe geht es nicht ab, und die Mächte des bisherigen Lebens geben sich nicht gern geschlagen.
Wem Gott ein neues Herz schenkt, erkennt, welch wunderbarer Herr der Gott der Christen ist und welche Kraft er schenken kann, um gegen die alten Mächte anzukämpfen.
Der Apostel Paulus lobt die Galater: „Ihr lieft so gut.“ Aber das ist ein Kompliment für die Vergangenheit, und das nützt für die Gegenwart nichts. Im Gegenteil: „Ihr gehorcht der Wahrheit nicht mehr.“ Ihr seid drauf und dran, euren Stand als Kinder Gottes zu verspielen. Ihr seid zutiefst gefährdet und steht in der Gefahr abzufallen. Passt auf!
Glaube heißt eigentlich Vertrauen. Ihr vertrautet einmal der Wahrheit. Dazu muss man wissen, was im Hebräischen eigentlich Wahrheit bedeutet. Wahrheit ist, als würde eine Mutter ihr Kind stillen. So eng, so intim, so herzlich, so zärtlich. Jede Mutter kennt das. Wenn ihr Gott nicht mehr vertraut, dann seid ihr aus dieser herzlichen Beziehung gefallen. Oder ausgebrochen. Ihr müsst zurück.
War das nun schon ein richtiger Abfall oder erst das schleichende Gift des Abfalls, das sich in den Herzen festgesetzt hatte? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass beides gleich schlimm ist. Also prüfen wir uns, ob dieses Wort auch uns gilt.
In der Zeitung Rheinischer Merkur unter der Rubrik „Christ und Welt“ wurden im Mai 1990 diese Sätze als „Fundsache“ zitiert: „A few were arrested for being a Christian. Would there be enough evidence to convict you?“ - „Einige wurden verhaftet, weil sie Christen waren. Würde es genügend Beweise für dein Christsein geben, um dich zu verurteilen?“
Ist es tatsächlich nur eine „Fundsache“, die lange unter irgendwelchen Arbeitszetteln lag? Nein, es ist eine warnende, mahnende Frage. Gibt es genügend Beweise dafür, dass du Christ bist? Ja, was macht das Christsein aus? Sonntags in den Gottesdienst gehen, in den Hauskreis, die Bibel lesen, beten – sind das Beweise für das Christsein? Es sind zumindest Hinweise. Aber die wirklichen Beweise, die liegen tiefer. Die liegen da, wo unser Herz mit Christus verbunden ist. Und da, wo Jesus spürbar in uns lebt. Da, wo wir anders handeln, als wir nach unserem alten Wesen gehandelt hätten. Da sind die Beweise für das Christsein. Die sieht man oft nicht. Aber dann kommen sie überraschend zum Vorschein.
 


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