/ Wort zum Tag

Epheser 1,18

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid."

Epheser 1,18

Was mag sich der Apostel Paulus nur bei der etwas sonderbar anmutenden Formulierung von den „erleuchteten Augen des Herzens“ gedacht haben? Vermutlich wollte er uns darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur eine optische Wahrnehmung über unsere Augen gibt, sondern eine tiefer gehende Erkenntnis, die von unserm Herzen ausgeht. Während wir mit den Blicken unserer Augen unser Gegenüber vielleicht nur verstandesmäßig kühl oder abschätzig taxieren, analysieren und sezieren, schwingen bei einer Wahrnehmung mit dem Herzen sogleich Anteilnahme und Mitgefühl mit. So heißt es in der bekannten Erzählung „Der kleine Prinz“ des französischen Autors Antoine de Saint-Exupery einmal: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“.
Paulus hätte vermutlich hinzugefügt: Man sieht mit dem Herzen nicht nur gut, sondern auch richtig und umfassend. Denn nur mit den „erleuchteten Augen des Herzens“ kann man hinter die Kulissen sehen und nimmt die ganze Wirklichkeit wahr. Denn was vor Augen liegt und sich täglich über Bilder und Informationen z.B. unserer Vorstellung vom Weltgeschehen einprägt, ist nur ein sehr eingeschränkter Blickwinkel. Wir nehmen dabei wohl wahr, was sich auf der Bühne der Welt abspielt, aber wir erkennen nicht, wer hinter den Kulissen die Fäden in der Hand hält und diese Welt durch alle Krisen und Katastrophen hindurch zu seinem längst bestimmten Ziel lenkt. Wir aufgeklärten Menschen der Neuzeit rühmen uns oft, durch Wissenschaft und Technik auch noch die letzten Rätsel der Menschheit lösen zu können und den vollen Durchblick zu haben. In Wirklichkeit leiden wir aber unter Horizontverengung. Erst wenn Gott uns durch seinen heiligen Geist erleuchtet, wird unser Horizont zur Totalen erweitert, und wir erkennen mit einem Male die ganze Wirklichkeit und damit auch die wahren Machtverhältnisse: Da ist Jesus nicht mehr nur der arme Zimmermannssohn aus Nazareth, sondern wir werden gewahr, dass Gott ihn zu seiner Rechten erhöht und ihm alle Macht im Himmel und auf Erden übertragen hat. Auch wenn es vielen Menschen heute so scheint, als gleiche unsere Erde einem führerlos durchs Weltall trudelnden Raumschiff, so hat Gott doch alles unter Kontrolle und wird die Geschichte dieser Welt und unseres Lebens an das von ihm gesetzte Ziel bringen.
Ich erinnere mich noch gut an einen Langstreckenflug, bei dem wir über dem Amazonasgebiet in Südamerika durch eine heftige Gewitterfront flogen, in der unser Flugzeug in ziemliche Turbulenzen geriet. Machten einige Passagiere anfangs noch ihre Späßchen, so wurden sie zunehmend stiller, und es herrschte schließlich eine gespannte, angstvolle Stille. Bis sich der Flugkapitän über den Bordlautsprecher meldete und mit ruhiger Stimme nur wenige Worte sagte: „Machen Sie sich keine Sorgen. Wir haben alles unter Kontrolle!“ Sagte er das nur zu unserer Beruhigung – oder entsprach es der Wirklichkeit? Jeder einzelne Passagier stand nun vor der Frage, ob er dem Piloten vertrauen konnte – oder eben auch nicht.
Wenn Jesus sagt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“, d.h. „ich habe selbst in den heftigen Turbulenzen, die die Welt durcheinander wirbeln, alles unter Kontrolle!“ dann stehen wir vor derselben Vertrauensfrage. Glauben wir ihm das? Ich wünsche Ihnen, dass der Heilige Geist ihre Herzen erleuchtet und Ihnen den Blick hinter die Kulissen schenkt, der ihr Vertrauen in die souveräne Macht Jesu stärkt. Ich bin sicher: Das wird zugleich ihre Hoffnung beflügeln: Weil Jesus alles im Griff hat, muss Sie nichts mehr aus der Bahn werfen. Weil ihm die Zukunft gehört und sein endgültiger Triumph über Tod und Teufel längst feststeht, können Sie sich schon heute darauf freuen, dass Ihnen einmal als Kinder Gottes ein großartiges Erbe in den Schoß fallen wird.
 


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