/ Wort zum Tag

Psalm 106,44-45

Bibelvers

"Da sah er ihre Not an, als er ihre Klage hörte, und gedachte an seinen Bund mit ihnen, und es reute ihn nach seiner großen Güte."

Psalm 106,44-45

Wie ist Gott denn eigentlich so?

Fragte mich der 15jährige Kevin, vor einiger Zeit, nach einem Jugendgottesdienst. Ist er nett? Freundlich? Oder stellt der jede Menge Verbotsschilder auf? Bleibt er cool? Lässt er mit sich reden? Haut er mir das ganze „Gedöns“ meiner Fehler um die Ohren? Oder sieht er nur die Heiligen, Perfekten, die super Schlauen? Bei Gott kann man sich doch keinen Fehler leisten – oder? Bei seinem: oder? Legte er den Kopf etwas schräg.

Ich fragte Kevin: Wenn dir das ganze „Gedöns“ deines Lebens um die Ohren flog, hast du dann schon mal einen Menschen erlebt, der dich trotzdem verstanden hat, deinen Aufschrei gehört, auch wenn du den Mund noch nicht aufgemacht hast?

Kevin´s Antwort kam reflexartig schnell. Ja – meine Oma. Wenn ich in der Schule wieder mal eine Arbeit verbockt hatte, machte ich einen kleinen Umweg und ging bei meiner Oma vorbei.

Oma machte die Türe immer weit auf. Mit den Worten: Dat is aber schön, dat du mal bei deiner Omma vorbei kucks. Setz dich Jung.

Ohne jedes weitere Wort, machte Oma Milch, für einen Kaba heiß. Schnitt eine große Scheibe von ihrem Bauernbrot ab, bestrich das Brot mit Butter und Kalbsleberwurst. Setzte sich zu mir an den Tisch – strahlte – saß einfach da, sah zu wie es mir schmeckte. Keine Fragen. Keine Ermahnungen. Kein, du solltest – das Fußballtraining – besser aufpassen – die Hausaufgaben... Gar nicht´s. Sie freute sich, dass ich gekommen war, dass ich an ihrem Tisch saß.

Der letzte Satz von Kevin kam ein klein wenig zögernd, nachdenklich.

Darauf sagte ich: Siehst du – so ist Gott!

Gott macht die Türe weit auf. Er sieht den ganzen Schlamassel der einem Menschen um die Ohren geflogen ist, was da alles verbockt und vermurkst ist. Gott sieht Menschen anders, er sieht ihre Not, hört ihr lautes und ihr stummes Klagen, an ihren Grenzen.

Ein Mensch, der Gott sein Leid klagt, spricht nicht gegen die Wand, oder nur in den Wind, sondern findet Gehör bei Gott.

Der Psalmbeter des 106 Psalm´s hat es kapiert. Mir zuliebe dachte Gott an seinen Bund. „Der Herr sah ihre Not an, als er ihre Klage hörte, und gedachte an seinen Bund mit ihnen“.

Ein Bund ist normalerweise ein Zusammenschluss von gleichwertigen oder gleichgewichtigen Partnern. Z. B. bei uns in Deutschland haben sich die einzelnen Bundesländer zur Bundesrepublik zusammengeschlossen. Oder Menschen gehen den Bund der Ehe ein. Hier gibt es kein oben oder unten, sondern beide Seiten haben gleichwertiges einzubringen. Gott hatte tatsächlich mit seinem Volk Israel einen sehr einseitigen Bund geschlossen. Verkörpert durch konkrete Personen; Noah – Abraham – Mose, zuletzt hat Gott durch seinen Sohn Jesus Christus den Bund erweitert, auf alle Völker. „Gehet hin, bis an der Welt Ende“ (Matth. 28,20), sagte Jesus zu seinen Jüngern. So kann dieser Psalm zu meinem persönlichen Gebet werden. Gottes Zusagen in seinem Bundesschluss gelten durch Jesus Christus auch uns. Die christliche Gemeinde schöpft aus dem Reichtum des biblischen Psalmbuches. Der Bund ist das ewige JA Gottes.

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