/ Wort zum Tag

2. Korinther 1,7

Bibelvers

„Unsere Hoffnung für euch ist unerschütterlich, weil wir wissen, dass ihr in gleicher Weise wie an den Leiden so auch am Trost teilhabt.“

2. Korinther 1,7

Sie kennen sicher diese zwei Sätze aus dem Volksmund: „Wir haben keine Chance, also packen wir sie“ und „Die Hoffnung stirbt zuletzt“. – Derselbe Volksmund sagt aber auch: „Hoffen und harren hält manchen zum Narren.“ Hoffnung hegen, das ist gut und recht, aber die Hoffnung sollte auch begründet sein.

Der Apostel Paulus bezeichnet seine Hoffnung gegenüber den Lesern des zweiten Korintherbriefes als unerschütterlich. Wow! Da gibt es nichts zu erschüttern! Er sieht zwar schon, dass die Leute in der von ihm gegründeten Gemeinde leiden müssen, wie er selber auch. Aber sie erfahren aus ihrer Verbindung mit Gott auch denselben Trost wie er.

Trost hat in unserer Alltagssprache einen etwas schwächlichen Beigeschmack. Das zeigt sich an Ausdrücken wie Trostpreis, Trostpflaster oder vertrösten. Wenn aber „Trost“ in der Bibel auftaucht, müssen wir diesen Begriff mit einem stärkeren Inhalt füllen.

Das griechische Wort für „Trost“ bedeutet auch „Ermutigung“. In der Geschichte unserer Sprache kommt „Trost“ aus derselben Wurzel wie „Treue“. Wörter aus dieser Wurzel bezeichnen Zustände der inneren Festigkeit.

In dieser Ermutigung und inneren Festigkeit liegt also der Grund für die Hoffnung, die Paulus für die Korinther hegt. Und diese Festigkeit hat ihren Grund in der Beziehung zum dreieinen Gott. In unserem Herz, das durch so viele Umstände verunsichert, umhergetrieben und verängstigt ist, können wir diese Festigkeit nicht finden. „Wer ist ein Fels außsser unserem Gott?“ (Psalm 18,32) fragt David rhetorisch in einem Psalm.

Und Paulus schreibt den Römern: „Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit Freude und Friede“ (Römer 15,13). Gott selbst ist die Quelle und Grundlage der christlichen Hoffnung und Zuversicht. Luther sagte dazu: „In den Worten ‚Ich hoffe auf den Herrn‘ ist die Summe der ganzen christlichen Lehre enthalten, welche nicht im Augenschein, sondern im Hoffen beruht.“

Je nach dem, was Sie bisher erlebt haben, kommt Ihnen das bisher Gesagte vielleicht reichlich spanisch vor. Wie kommt ein Mensch dazu, auf einen unsichtbaren Gott zu hoffen? Das frage ich mich ehrlich gesagt auch. Wie kann das „Ich hoffe auf den Herrn“ überhaupt anfangen? Ich weißss nicht einmal bei mir selber, wie genau mein Gottvertrauen angefangen hat.

Ich weißss aber, dass eine ganze Reihe von Menschen für mich gebetet haben. Und ich erinnere mich an mein eigenes Gebet: „Gott, wenn es dich gibt, dann zeige dich mir.“ Und irgendwann hat der Glaube in mir zu keimen begonnen, so dass ich jetzt schon seit Jahrzehnten nicht mehr an Gott zweifle und meine Lebenshoffnung auf IHN setze. Nun gehe ich auf das Pensionierungsalter zu. Mir wird die ewige Seite der Hoffnung zunehmend wichtig. Am Ende des Lebens bleibt uns die letzte, endgültige Hoffnung: „Hernach nimmst du mich auf in Herrlichkeit“ (Psalm 73,24). So beschreibt ein Psalm das, was nachher kommt.

Ich wünsche Ihnen einen hoffnungsvollen Tag!

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