/ Wort zum Tag

Jeremia 23,23

Bibelvers

"Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?"

Jeremia 23,23

Wann ist Gott fern?
Das habe ich mich oft schon gefragt. Ist Gott fern, wenn es mir schlecht geht? Ich denke, er sollte mir helfen, aber es passiert nichts. Ich bete und es tut sich nichts? Es gibt Zeiten, da verstehe ich Gott überhaupt nicht.
Da fährt am Heiligen Abend um 16 Uhr ein Notarzt und ein Krankenwagen durch das Dorf. Die Kinder aus der Gemeinde spielen gerade das Krippenspiel in der Kirche. Als die  Erwachsenen um 22 Uhr zum Spätgottesdienst zusammenkommen hat sich wie im Lauffeuer herumgesprochen, dass Justin, eine junge Frau aus dem Dorf, tödlich verunglückt ist. Es gibt Tage, da verstehe ich Gott nicht. Da schrei ich: „Was hast Du Dir dabei gedacht, Gott“? Da bleibt mir die Stimme im Halse stecken, weil ich keine Antwort bekomme und keine geben kann. Da ist alles dunkel. Natürlich glaube ich fest, dass Gott uns im Leid dennoch sieht und uns durch sein Wort vom Kreuz und der Auferstehung nahe ist. Dennoch: ich verstehe Gott dann immer noch nicht. Er bleibt mir fremd.
Im Buch des Propheten Jeremia ist ein Satz von Gott überliefert der lautet: “Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?“. Der Satz hat eine Vorgeschichte. Gott hatte uns Menschen Grenzen aufgezeigt. Er sagte sinngemäß: bis hierher und nicht weiter. Gott zeigte uns die Konsequenzen auf. Und wir haben uns über seine Grenze hinweggesetzt. Ab jetzt haben wir die Suppe alleine auszulöffeln. Gott geht.
Ich überlege, ob mir dazu ein Beispiel einfällt, das verdeutlichen soll, warum Gott das so macht. Ihr Name ist Grace. Sie lebt in Brasilien. Sie ist keine 14, als sie diese kleinen weißen Körnchen in einer Pfeife raucht. Crack, Kokain und Natriumhydrogenkarbonat. Es macht so schrecklich glücklich und so schrecklich abhängig. Das Gefühl grenzenloser Freiheit. Alles ist möglich. Gebote sind unsinnig. Aber das Leben ohne Regeln zerstört ihr junges Leben total. Sie prostituiert sich schon früh. Sie sucht das schnelle Geld, um einen kurzen Traum zu träumen. Eine Flucht in eine verlogene Welt. Eine Welt ohne Gott. Gott spielt keine Rolle. Er existiert nicht. Grace hat keine Zukunft. Sie lebt hinter der Grenze im Schatten halbtot. Eine Frau Donna Isonna sieht Grace auf der Straße liegen. Grace schaut diese Frau an. Ihre Blicke treffen sich. Donna Isonna hebt Grace auf. Grace folgt der älteren Frau. Sie weiß nicht warum. Sie gehen zu einem Haus, in dem Christen eine Frauenwohngemeinschaft für Drogenabhängige gegründet haben. Meilenweit von der Stadt entfernt. Es ist der Anfang eines langen Wegs. Der Weg führt über Grenzen, aus der Dunkelheit ins Licht. Was Grace dort in der Gruppe als erstes lernt sind Regeln einzuhalten. Es braucht lange, sehr lange, Grenzen, die Gott setzt, anzunehmen und als Lebenshilfe anzuerkennen. Und es braucht neben der medizinischen und therapeutischen Hilfe noch mehr Gebete. Grace ändert ihr Leben. Sie gibt ihrem Leben Stück um Stück eine neue Ordnung. Das geschieht nicht ohne Rückschläge, aber Schritt für Schritt.  Heute ist sie eine wertvolle Mitarbeiterin in diesem Frauenhaus.
Auch ich möchte in meinem Leben die Grenze der Gebote Gottes achten. Gottes Ermahnungen wollen mein Leben nicht einengen, sondern zu einem Leben mit ihm öffnen. Es ist wahr, der HERR liebt grenzenlos. Das heißt aber nicht, dass ich seine Geduld grenzenlos missbrauchen darf. Gott kann sich von mir abwenden. Meine Umkehr ist aber möglich.
 

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