/ Wort zum Tag

Jesaja 35,6

Bibelvers

"Es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Land."

Jesaja 35,6

Monika kann es kaum erwarten, bis sie ihr zweites Kind in den Arm nehmen kann. Neun Monate wartet die Familie auf diesen Tag. Endlich erblickt Michael das Licht der Welt. Sein Lächeln bezaubert das ganze Personal des Krankenhauses. Glücklich sind die Eltern, als sie ihren Sonnenschein mit nach Hause nehmen dürfen. Stolz ist Nadine auf ihren kleinen Bruder. Jetzt hat sie jemanden zum Spielen.
Das Glück währt nicht lange. Ein dunkler Schatten fällt auf die junge Familie. Der kleine Michael wächst langsamer als die anderen Kinder. Eine seltene Krankheit stellen die Ärzte fest. Die Eltern sind fassungslos. Ein Krankenhausaufenthalt folgt auf den anderen. Gibt es noch Hoffnung für den kleinen Mann? Die Zeit der Ungewissheit macht den Eltern schwer zu schaffen. Ihnen fehlt die Kraft, nach vorne zu schauen. Ständig denken sie an den kranken Michael. Sie kommen sich vor wie in einer Wüste. Weit und breit kein Wasser. Wie sollen sie weiterleben können? Wo gibt es eine Quelle, aus der sie Kraft und Lebensmut schöpfen können? Gibt es eine Hoffnung am Horizont?
Das Bibelwort für den heutigen Tag sieht hoffnungsvoll in die Zukunft: „Es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Land“. Es gibt Wasser. Die Wüste wird blühen. Das dürre Land wird durch einen Fluss bewässert werden. Es lohnt sich wieder zu leben. Freude macht sich breit. Sie überwindet die Mutlosigkeit. Was für eine gewaltige Vision? Eine Vision kann mich beflügeln und Kraft geben. Ich denke an die Vision vom weiten Meer. Saint-Exupéry drückt das so aus: „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer“. Die Vision nach der Weite auf dem endlosen Meer motiviert zum nächsten Schritt. So will die Vision von der blühenden Wüste Hoffnung und Kraft geben denen, die ängstlich und traurig auf ihre Not starren.
Wer sich in der Wüste der Ausweglosigkeit und der Angst befindet, für den ist es gut, nicht allein zu sein. Jesus ist ja auch noch da. Er übersieht mich nicht. Er will meinen Durst nach Leben stillen: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke“, lädt Jesus ein. „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ (Joh. 7, 37f) Das sollen wir Jesus glauben. Auf seine Einladung vertrauen. Vertrauen Sie darauf, dass Jesus Ihnen einen Menschen über den Weg gehen lässt, der wie ein Regentropfen wirkt. Mit diesem Wassertropfen kann aus der Wüste ein Garten werden. Dann wird geschehen, wie es in einem Gesangbuchlied (EG 638) heißt: „Wo ein Mensch Vertrauen gibt, nicht nur an sich selber denkt; wo ein Mensch den andern sieht, nicht nur sich und seine Welt; wo ein Mensch sich selbst verschenkt und den alten Weg verlässt, fällt ein Tropfen von dem Regen, der aus Wüsten Gärten macht.“ Lassen Sie sich heute von diesem Hoffnungsbild anstecken. Wenden Sie den Blick weg von Ihrer Not und Angst. Verschenken Sie sich an einen anderen Menschen, dann kann das der Beginn sein, dass Ihre Wüste zu blühen beginnt.
 

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