/ Wort zum Tag

Epheser 1,12

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben."

Epheser 1,12


„Von Eurer Stadt hört man, dass es kein gutes Miteinander unter den Christen gibt. Da können wir dieses Projekt leider nicht starten.“ Das sind die Worte eines Verantwortlichen, der uns bei der Gründung eines christlichen Cafés in Wittenberg unterstützen will. Nun muss er uns absagen. Ich merke, wie schwer es ihm fällt.
Damit ist das Projekt wohl vorerst gestorben. Ich bin betroffen und dazu ziemlich verwirrt.
Wie kommt es zu der Aussage, dass es zwischen uns Christen in Wittenberg offensichtlich kein gutes Miteinander gibt. Bisher habe ich das ganz anders wahrgenommen. Seit über 20 Jahren arbeiten wir beim Frühstücks-Treffen für Frauen übergemeindlich zusammen. Dadurch entstanden viele Kontakte, nicht nur zwischen den Frauen. Die Jugendlichen aller Jugendkreise feiern regelmäßig einen modernen Gottesdienst. Und wenn wir uns in Wittenberg nicht so gut verstehen würden, könnte manche Allianzgebetswoche nicht in der gewohnten Weise stattfinden.
Was gibt Anlass zu der Vermutung, dass wir uns als Christen unterschiedlicher Gemeinden nicht verstehen? Mehr noch, was ist die Ursache, dass über uns so ein Ruf ins Land geht. Schließlich steht etwas auf dem Spiel. Wir sind ein Austragungsort des 500. Reformationsjubiläums 2017.
Beim Überlegen stoße ich auf den Bibelvers für diesen Tag, den Paulus den Christen in Ephesus schreibt:
„Ein Lobpreis seiner Herrlichkeit sollen wir sein – wir alle, die durch Christus von Hoffnung erfüllt sind.“

In Ephesus gab es Juden und Heiden. Von Hause aus mochten sie sich wegen ihrer unterschiedlichen Lebensauffassungen nicht. Doch Christus hat durch seinen Tod am Kreuz diese Feindschaft überwunden und Frieden geschenkt.
Nun ist es ihre Aufgabe, gemeinsam Gott zu loben. Und diese Aufgabe ist nicht nur ihnen, sondern allen Christen zu allen Zeiten gestellt. Auch uns in Wittenberg. Aber offensichtlich gibt’s da ja Probleme. Jedenfalls in den Augen derer, die uns beobachten.
Was zeichnet Christen aus, die Gott zur Ehre leben? Sie akzeptieren Christus als das Haupt und fungieren selber als die Glieder an seinem Leib. Alle sind wichtig, alle sind gleichberechtigt. Und nur gemeinsam können sie ein glaubwürdiges Zeugnis für Christus sein.
Und dazu gehört eben auch, dass wir Christen einer Stadt miteinander auskommen, uns wertschätzen und für Gottes Sache unterwegs sind.

Ich denke noch über diesen Vers nach, da klingelt das Telefon. Wieder fragt mich ein verantwortlicher Mitarbeiter, was bei uns Christen in Wittenberg los ist. Er hat eine E-Mail bekommen, die er nicht einordnen kann. Von fehlenden Informationen für wichtige Termine ist da die Rede.
Ich höre zu und beschließe sofort, nach diesem Telefonat zu reagieren. So etwas darf nicht zwischen uns Verantwortlichen der verschiedenen Gemeinden stehen. Mit wenigen Mails und Anrufen ist die Sache aus der Welt. Kein böser Wille, sondern eine falsche E-Mail-Adresse.
Wie gut, dass jetzt alles klar ist. Kein böses Blut, keine Vorwürfe, dafür die Hoffnung, dass es beim nächsten Mal besser läuft.
So stelle ich mir unser Miteinander vor. Wir werden Fehler nicht vollständig vermeiden können – kleine und große. Aber wir können die Art, wie wir miteinander umgehen, bestimmen. Und damit ein Lob Gottes und eine Hoffnung für die Welt sein – auch in Wittenberg.


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