/ Wort zum Tag

1. Samuel 12,20.23

Bibelvers

"Samuel aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht! Ihr habt zwar all das Unrecht getan, doch weicht nicht vom HERRN ab, sondern dient dem HERRN von ganzem Herzen... Es sei aber auch ferne von mir, mich an dem HERRN dadurch zu versündigen, dass ich davon abließe, für euch zu beten und euch zu lehren den guten und richtigen Weg!"

1. Samuel 12,20.23

Wie sehr wünschen sich gläubige Eltern, dass ihre Kinder und Enkel, ihre Freunde und Nachbarn, Jesus als Herrn und Heiland annehmen. Oft beten sie lange für diese Menschen und trotzdem geschieht nichts. Ich denke dabei an einen schon betagten Großvater. Vor einigen Jahren sagte er zu seinem Enkel Lukas, der inzwischen auch schon fast 30 Jahre alt war: „Ich bete täglich für dich.“ Sein Wunsch für Lukas sei, dass er Jesus als Retter annehmen könne. Die Antwort von Lukas kam trotzig und hart: „Großvater, du kannst für mich beten bis du stirbst, aber ich will Jesus nicht annehmen. Das wirst du nie erleben.“ Diese Aussage war für den Großvater sehr hart, ja, sie verletzte ihn tief. Er konnte es kaum fassen, dass sein Enkel so entschlossen reagierte. Trotzdem betete der Großvater bis zu seinem Tod für die Umkehr von Lukas.
Etwa so musste es auch dem alten Samuel zumute gewesen sein, als er zusehen musste, wie das Volk Israel bewusst Unrecht tat. Das Volk wollte einen König haben, wie alle benachbarten Völker auch. Bis zu jenem Zeitpunkt war Gott der Führer des Volkes gewesen. Er hatte das Volk aus Ägypten geführt und ihm in allen Lebenslagen geholfen. Er hatte Richter und Priester eingesetzt, die das Volk an Gottes Wege erinnern sollten. Gott selbst hatte sein Volk aus allen Nöten und Bedrängnissen befreit. Trotzdem wollte das Volk jetzt einen König. Und es bekam ihn auch. Saul wurde zum ersten Regent des Volkes Israel. Samuel war tief traurig, dass das Volk nicht länger Gott als alleinigen Führer akzeptieren wollte. Trotzdem sagte dieser alte, weise Mann in seiner Abschiedsrede einen bemerkenswerten Satz, der die heutige Bibellese ist: „Ihr habt zwar Unrecht getan; es sei aber ferne von mir, dass ich davon abließe, für euch zu beten.“ Mich berührt dieser Satz tief. Wie oft reagieren wir ganz anders, wenn Menschen ganz bewusst das Evangelium ablehnen. Oder wenn unsere Kinder, für die wir schon lange beten, andere Wege einschlagen. Wenn gute Freunde von uns einfach nichts wissen wollen vom Glauben, dann sind sie irgendwann nicht mehr unsere Freunde. Wir sind in der Gefahr zu resignieren und hören auf, weiter für sie zu beten. Samuel erinnert uns in der heutigen Bibellese an ein wichtiges Grundprinzip: „Ihr habt zwar Unrecht getan; es sei aber ferne von mir, dass ich davon abließe, für euch zu beten.“ Weiter für Menschen zu beten, die dem Evangelium gegenüber ablehnend sind, macht uns barmherzig. Es ist eine Glaubensschule für uns, gerade wenn wir die Veränderung selber nicht erleben. Wir dürfen trotzdem daran festhalten, dass in der unsichtbaren Welt durch unsere Gebete etwas in Bewegung kommt. Darum mache ich Ihnen heute Mut: Bleiben Sie dran im treuen Gebet für Menschen, die Jesus noch nicht kennen und sich irgendwo in Sünde verstrickt haben. Denn die Aussage von Samuel gilt auch für uns: „Ihr habt zwar Unrecht getan; es sei aber ferne von mir, dass ich davon abließe, für euch zu beten.“
 

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