/ Wort zum Tag

Jesaja 9,2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt."

Jesaja 9,2

Erntezeit war Freudenzeit im Israel des Propheten Jesaja. Wenn nach bangen Monaten des Wartens, Hegens und Pflegens tatsächlich die Früchte des Ackers oder Weinbergs eingebracht werden konnten. Das war alles andere als selbstverständlich. Ob es genug Regen geben würde, ob nicht irgendeine Krankheit die Pflanzung befallen oder gar ein Heuschreckenschwarm das Land heimsuchen würde – niemand konnte das im Voraus sagen und schon gar nicht konnte man etwas dagegen tun. Das Alte Testament kennt manche Berichte von Ernteausfällen und Hungersnöten. Deshalb ist die Zeit der Ernte in ganz anderer Weise eine tief empfundene Zeit der Freude und Dankbarkeit gewesen.
Unser Bibelwort aus Jesaja 9 nimmt diesen Vergleich auf und ergänzt ihn durch weitere „Freudengründe“. Es heißt dort im Kontext weiter: „Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir  wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt, denn …“.
Und dann kommt eine Aufzählung von dem, was durch den Friedefürsten, den Messias in die Welt und zu seinem Volk kommen wird. „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ Weiter wird davon gesprochen, dass Unterdrückung, und Gefangenschaft ein Ende haben werden, weil eben der Messias Israels kommt. Da hatten die Zeitgenossen Jesajas sicher ihre Vorstellung, was das für einer sein musste. Umso grösser war deshalb wohl auch dann die Überraschung, als der Prophet fortfährt: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; …“
Wie soll das zugehen? Wie kann ein Kind die Finsternis dieser Welt erhellen? Wie kann ein Kind die dröhnenden Kriegsstiefel und die durch Blut schleifenden Mäntel auf den Schlachtfeldern stoppen? Wie kann ein Kind die Herrschaft auf seinen Schultern tragen?
Grund zur Freude? Wohl eher zur Enttäuschung und Verzweiflung? Gott lässt uns also doch im Stich. Er mischt sich nicht wirklich ein in unsere Welt und unser Leben. Das, was Gott hier ankündigt ist doch bei weitem zu wenig, oder? Das kommt zu harmlos daher, das kann doch die harte Wirklichkeit nicht ändern? So scheint es ja tatsächlich auf den ersten Blick. Aber der täuscht. Gottes Kommen in diese Welt ist fraglos völlig anders, als wir es erwarten würden, aber gerade in seiner vermeintlichen Schwäche und Niedrigkeit liegt am Ende die Kraft, der nichts widerstehen kann. Das stellt all unsere Erfahrungen auf den Kopf. Das verwirrt unsere Konzepte: „… und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth.“
Und dieses Kind ist geboren worden, dieser Sohn Gottes hat sich in unsere Welt eingemischt und er hat als Messias Israels und Heiland der Welt vieles auf den Kopf gestellt. Die Machtverhältnisse sind andere geworden. Durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen, hat der dem Tode die Macht genommen und das Leben gebracht. Das ist das Evangelium – die Freudenbotschaft auch für diesen Tag. Deshalb ist es ein gutes Motto, mit Blick auf Jesus und im Vertrauen auf die Zusage, dass Jesus alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden, uns auch an diesem zu freuen, wie man sich freut in der Ernte!
 


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