/ Wort zum Tag

2. Chronik 18,13

Bibelvers

"Micha aber sprach: So wahr der HERR lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden."

2. Chronik 18,13

Es klopft heftig an der Tür. Eine befehlsgewohnte Stimme brüllt: „Micha, mach auf.“ Micha öffnet die Tür und staunt. Ein Bote des Königs? König Ahab hat ihm doch unmissverständlich deutlich gemacht, dass er sich ja nicht mehr am Königshof blicken lassen soll. Von Michas Prophezeiungen hat Ahab die Nase gestrichen voll. Und jetzt wird er gerufen? Als ob der Bote seine Gedanken lesen kann, klärt der ihn auf: „König Ahab will mit König Joschafat aus Juda in den Krieg ziehen und fette Beute machen. Aber Joschafat zickt rum wie ein altes Waschweib. Bevor er in den Kampf zieht, will er einen Propheten hören.“ – „Was kommst du da zu mir? Ahab hat doch genug Hof-Propheten, die ihm nach dem Mund reden.“ – „Die haben schon alle einen grandiosen Sieg geweissagt. Aber dieser Joschafat gibt keine Ruhe. Einen wahren Propheten des Herrn will er hören. Und der bist du. Also: Komm mit und versprich einen Sieg. Genau wie die anderen auch.“ – „So wahr der HERR lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden.“

Mit diesen Worten macht sich der Prophet Micha auf den Weg zum Königshof. Unterwegs kommen ihm Zweifel: Soll ich doch besser das sagen, was Ahab hören will? Sonst lässt er mich gefangen nehmen und töten. Aber was ist mit König Joschafat? Nach allem, was man von ihm hört, ist er ein guter König über Juda, liebt Gott und hält auch sein Volk an, Gott zu vertrauen. Ihm muss ich doch die Wahrheit sagen. Ich kann ihn doch nicht in sein Verderben rennen lassen. Aber irgendwie ist er auch selbst schuld. Was hängt er sich auch an unseren gottlosen König Ahab? Gibt ihm sogar seine Tochter zur Frau? Wer sich als gottesfürchtiger Mann mit den falschen Leuten einlässt, dem muss ich nicht helfen.

Hin- und hergerissen steht Micha schließlich vor dem König. Als dieser ihn nach dem Ausgang des Krieges fragt, entschließt sich Micha dem Rat des Boten zu folgen: „Alles wird gut.“ Doch der König lässt sich nicht täuschen. Er fragt Micha noch einmal. Da kann Micha nicht anders als wirklich das zu reden, was Gott ihm sagt.

Zunächst scheint alles vergeblich gewesen zu sein: Micha wird gefangen genommen, die Könige ziehen trotzdem in den Krieg und verlieren. Und doch erweist sich Gott in dieser Geschichte am Ende als der Wahrhaftige und Allmächtige.

Was kann ich aus dieser Geschichte lernen? Dass es einem unbedeutenden Boten gegenüber leicht fällt, zu Gottes Wahrheit zu stehen, aber wenn es darauf ankommt, knickt selbst ein Prophet wie Micha ein. Und doch hoffe ich darauf, dass Gott mir wie auch dem Propheten Micha eine zweite Chance gibt.

Aber was ist die Wahrheit Gottes, das war er sagen will, und wovon ich reden soll? Und was ist die falsche Botschaft? Ähnlich wie in der Geschichte von Micha würde ich sagen: Dass alles gut wird und wir Menschen den Sieg davon tragen. Dass wir uns selbst und diese Erde schon in den Griff bekommen werden. Die vielen Stimmen der selbst ernannten Propheten reden uns ein: Mehr Wirtschaftswachstum, mehr Bildung, mehr Toleranz und alles wird gut. Ich meine, dass unser Gott uns da etwas Anderes sagt. Was hören Sie aus seinem Wort heraus? Ich lese zum Beispiel, dass er seinen Sohn gesandt hat, weil unsere Welt Erlösung braucht. Dass Jesus deswegen ans Kreuz musste, um für uns den Sieg zu erringen. Und: „Was mein Gott sagen wird, das will ich reden.“

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