/ Wort zum Tag

Matthäus 5,7

Jesus sprach: Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 
Jesus gab diese Seligpreisung in einer seiner großen Reden, der Bergpredigt, weiter. Alle Menschen, die ihm damals zuhörten, kannten das Grundbekenntnis des alttestamentlichen Volkes Gottes. Durch die ganze Glaubensgeschichte des Alten Testamentes hindurch wurde immer wieder Gottes Barmherzigkeit gerühmt: „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“
Dass das Volk Gottes nach vielen Krisen und Katastrophen noch immer existierte, war dafür Erweis genug.
Doch hatte dieses Bekenntnis zur Barmherzigkeit Gottes damit schon zugleich Auswirkungen auf das Leben der einzelnen Menschen seines Volkes? War die erfahrene Barmherzigkeit Gottes in ihren Herzen so angekommen, dass sie ihr eigenes Leben im Alltag bestimmte?
Jesus erinnerte zunächst mit dieser Seligpreisung an die Barmherzigkeit Gottes. Doch vielmehr ging es ihm unmittelbar um die Herzen der Menschen, die sein Wort hörten und aufnahmen.
Der Blick in das Herz und Wesen des barmherzigen Gottes sollte ihre menschlichen Herzen und Wesen so verändern, dass damit Gottes Barmherzigkeit auch durch sie zur Welt kommen und für andere Menschen erfahrbar werden sollte. Nicht „Hart-Herzig“, sondern „Barm-Herzig“ im Miteinander sollten die Menschen einander begegnen, eben so, wie Gott uns begegnet. Doch wie konnte das aussehen?
Jesus hat einmal selbst erläutert, was er unter Barmherzigkeit verstand, als ihm ein Gesetzeslehrer die Frage nach dem Erhalt des ewigen Lebens stellte.
Dieser kluge Mensch schien aber bereits zu wissen, worauf es dabei ankam, nämlich:
„Gott von ganzem Herzen lieben, mit ganzer Hingabe, aller Kraft und ganzem Herzen und den Mitmenschen lieben wie sich selbst.“
Jesus bestätigte ihm dies ohne Wenn und Aber. Doch der Gesetzeslehrer war sich unsicher, wer denn sein Mitmensch sei. Da erzählte Jesus die Geschichte eines Mannes, der unterwegs überfallen, ausgeraubt und zusammengeschlagen wurde. Ein Priester und nach ihm ein Levit machten einen Bogen um ihn, als sie vorbeikamen und ihn in seinem Elend sahen. Sie ließen ihn einfach liegen.
Erst ein Reisender aus Samarien erbarmte sich über den Hilfebedürftigen. Er versorgte ihn und brachte ihn zur weiteren Pflege in einer Herberge unter. Er übernahm sogar noch die anfallenden Pflegekosten für ihn.
Jesus machte also ganz deutlich: Wer Elend und Not sieht, aber einfach vorübergeht und seinen eigenen Weg nicht verändert, um spontan und nachhaltig zu helfen, ist nicht barmherzig.
Barmherzig zu handeln auf dem Weg unseres Lebens, ist auch in unserer heutigen Zeit, in der es viel Not und Elend gibt, für uns Christen wichtig! In Matthäus 25 hat Jesus beschrieben, dass wir barmherzig handeln können, indem wir „Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen.“
Barmherzigkeit nicht nur denken, sondern sie vor allem tun, birgt die großartige Verheißung in sich, auch selbst Gottes Barmherzigkeit zu erfahren: „Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ 
Die freundliche, liebevolle Zuwendung von ganzem Herzen, die jeder hilfebedürftige Nächste erwartet und braucht, erwarten und brauchen wir ja auch selbst. Von Gott und von Menschen.
 

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