/ Wort zum Tag

Johannes 14,14

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun."

Johannes 14,14

Ja, bin ich denn hier bei „Wünsch dir was?“ Das klingt ja, als hätte ich Harry Potters Zauberstab gefunden. Als wäre das Gebet so eine Art Geist aus der Flasche, der alle meine Träume wahr macht. Aber so ist es bestimmt nicht gemeint, wenn Jesus sagt: „Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“
Viele Christen bezeugen, dass Gott ihr Gebet erhört hat. Manche haben in großer Gefahr Gottes Beistand erfahren. Andere bekennen, dass sie Gott ihr Lebensglück verdanken. Wieder andere haben im Gebet Schuld bekannt und wussten, mir ist vergeben. Ja, es stimmt: Das Gebet ist eine Macht.
Aber wenn es so klingt, als könne uns das Gebet jede Last ersparen und jeden Traum erfüllen, wäre das nur ein frommes Märchen. Manchen Wunsch versagt uns Gott. Und wie viel Leid trifft auch Christen, die beten! Viele werden sogar ihres Glaubens wegen verfolgt. Beten sie etwa nur nicht genug?
Wie kommt es, dass der eine fröhlich von seiner Heilung berichten darf, und der andere weiter seine Krankheit tragen muss? Wie kann es sein, dass die einen mit Wohlstand gesegnet sind, während andere nicht wissen, was sie morgen essen werden? Obwohl sie alle zum gleichen Herrn beten!
Wir sind versucht, nach Maßstäben zu suchen, wann Gott ein Gebet erhört und wann nicht. Damit wir es richtig machen und unser Gebet Erfolg hat. Vielleicht  kommt es ja auf die Formulierung an. Jesus sagt doch, dass wir „in seinem Namen“ beten sollen. Aber geraten wir dann nicht doch in die Nähe von Zaubersprüchen, die man angeblich ganz exakt aussprechen muss, damit sie wirken? Nein, das Gebet ist grundverschieden von allen Versuchen, sich mit magischen Praktiken übernatürliche Kräfte dienstbar zu machen.
Und doch ermutigt Jesus ganz ausdrücklich: „Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“ Aber diese Ermutigung ist nicht zu lösen von der Einladung zur Nachfolge. Der Einladung, das ganze Leben Jesus anzuvertrauen und sich von seinem Wort verändern zu lassen. Wenn ich an Jesus glaube, empfange ich Gottes Heiligen Geist. Das heißt, ich lasse Gottes Wollen in mich hinein. Ich öffne mich seiner Liebe und seiner Leidenschaft für eine neue, geheilte Welt.
Das ändert meine Wünsche und Hoffnungen. Ich mache ernst damit, dass das Gute allein bei Gott zu finden ist. Mein größter Wunsch ist dann, dass Gottes Wille geschieht. Ich darf um alles bitten, was mir wichtig ist. Aber was mir wichtig wird, darin lasse ich mich von Jesus leiten. Das verändert nicht nur mein Gebet, sondern auch mein Handeln. Ich darf beten, dass Gott gesund macht. Aber ich bin auch herausgefordert, ihm in seiner Krankheit beizustehen. Ich darf bitten, dass Gott den Hunger in der Welt stillt. Und weiß zugleich: Er wartet darauf, dass sich auch meine Hände öffnen.
 


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