/ Wort zum Tag

5. Mose 14,1

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Der vordere, größere Teil unserer christlichen Bibel ist zugleich- und war schon zuvor- die Heilige Schrift der Juden. Im 5. Buch Moses beginnt das 14. Kapitel mit dem Satz: „Ihr seid Kinder des Herrn, eures Gottes“.  Das ist für die Angesprochenen eine unvergleichliche Auszeichnung. Angesprochen waren die Juden. Aber der ganze Zusammenhang, in dem dieser Satz steht, hebt darauf ab, dass die Auszeichnung einschneidende Verpflichtungen nach sich zieht. ´Denn wenn wenn ihr Kinder Gottes sein wollt, müsst ihr anders sein als andere Menschen. Ihr müsst euch unterscheiden. Ihr müsst euch abgrenzen. Ihr könnt keinesfalls alles mitmachen, was andere tun.` In den folgenden Bibelversen ist von eindrucksvollen Trauerriten die Rede, die in dem Land üblich waren, in das Israel einwanderte: ´ Übernehmt sie nicht! Haltet euch fern davon.` Das geht so weit, dass die „Kinder Gottes“ auch nicht alles  essen durften, was irgendwo aufgetischt wurde. Es folgt eine lange Liste verbotener, angeblich verunreinigender Speisen. Da musste man auf der Hut sein. Denn die Umwelt verlockte und verführte zum Konsum von Gütern, die „Kinder Gottes“ zu meiden hatten Manchmal geht die Verführung von engsten Angehörigen aus (13,7 ff , manchmal von Geistlichen, angesehen Gottessprechern, Predigern,  falschen Propheten (13,4 ff). Seid wachsam und standhaft; denn „ihr seid Kinder des Herrn, eures Gottes“, so wird es den Israeliten ans Herz gelegt.
Da grenzt man sich dann ab, lebt im Bewusstsein, anders zu sein, und weigert sich standhaft, fragwürdigen Einladungen zu folgen. Einem aus Mexiko eingewanderten evangelikalen Pastor, der zu einer Tagung eingeladen war, wurde in der Lobby des Hotels  Gutscheine für Drinks in die Hand gedrückt. Aber er mied die Bar. Eine Zeitung fand das befremdlich. Gegenwärtig haben auch Christen viel Anlass, sich abzugrenzen. Wir müssen der Welt unnachgiebig bezeugen, was Gott ein Greuel ist.

Aber dann erleben wir den Sohn Gottes, Jesus, der wirklich als Gottes Sohn gelten durfte. Doch entgegen aller Erwartung hielt er nicht Abstand, sondern mischte sich unter die Sünder. Er mied nicht die Nähe zu ihnen. Nicht, dass er die Gräuel mitgemacht hätte, in die sie verstrickt waren. Aber er grenzte sich nicht gegen sie ab. Er ging offen auf sie zu. Er bezeugte ihnen den barmherzigen, gnädigen Gott, der sie nicht ausgrenzt, sondern unbedingt gewinnen will, der ihre Umkehr herbeisehnt und sich riesig freut, wenn einer mit seiner ganzen  schmutzigen, peinlichen Vergangenheit zu ihm zurückkehrt. Für Christenverfolger zu beten, Fluchende zu segnen, dieser ganzen „Achse des Bösen“ die unbeirrbare Liebe Gottes entgegenzusetzen-, dazu lädt Jesus ein, „damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel, der seine Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute“ ( Mt. 5,45).
Man kann immer auf der einen oder auf der anderen Seite vom Pferd fallen. Auch die Geschichte der Christenheit zeigt ein Hin und Her zwischen Abgrenzung und Offenheit gegenüber dem, was in der Welt üblich ist. In beiden Richtungen kann ich mich verfehlen. Ich muss wirklich immer mit dem Vater im Himmel in Verbindung bleiben, um mich in jedem Fall so zu verhalten, wie es in seinem Sinne ist. Daher schreibt Paulus als Apostel Jesu an die Galater , Kap. 4, Vers 6: „Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in eure Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!“


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