/ Wort zum Tag

2. Korinther 1,9

Bibelvers

"...und es bei uns selbst für beschlossen hielten, wir müssten sterben. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt,..."

2. Korinther 1,9

Paulus schreibt: Was uns betrifft, so hatten wir das Todesurteil schon in den Händen; denn nicht auf uns selbst sollen wir vertrauen, sondern auf den Gott, der die Toten auferweckt.

Hätten Sie es gewusst? Diese Aussage stammt von Paulus. Oft sind uns die Aussagen besser bekannt, in denen von Überwindung und vom Sieg des Glaubens die Rede ist. Für mich ist auch diese Aussage wichtig. Paulus, der große Evangelist des 1. Jahrhunderts schreibt sehr ehrlich von seinen Todesängsten. Dieser Vers steht nach einer Aufzählung von verschiedenen Leiderfahrungen. Nicht für jeden passt das zusammen, auf der einen Seite erlebt Paulus den vollen Segen Gottes und dann auch das ganze Programm an Leid, Entbehrung und Todesängsten. In dieser Aussage nennt er schon eine Erklärung: "denn nicht auf uns selbst sollen wir vertrauen, sondern auf den Gott, der die Toten auferweckt."
Erst einmal kann Paulus seine ganze Not benennen. Das ist viel, was er an Schwierigkeiten erfährt. Es geht ihm an die Nieren. Es geht ihm ans Leben. Dann kann Paulus auch einen Ausweg entdecken. Was mich anspricht, ist seine Auseinandersetzung damit. Es kommt nicht leichtfertig über die Lippen. Es ist sehr tragisch und doch weiß Paulus um die rettende Kraft des Glaubens. Es ist immer wieder eine Herausforderung, das Leid nicht einfach beiseite zu schieben. Es kostet immer wieder Kraft, sich dieser Auseinandersetzung zu stellen. 
Es macht uns auch die Tragfähigkeit unseres Glaubens deutlich. Schnell sagen wir Sätze von einem erfüllten Glauben und einem perfekten Gott und dann kommen wir bei Schwierigkeiten ins Wanken. Wie schnell werden wir unsicher, ob denn das mit Gott dann wirklich noch stimmt, wenn es in unserem Leben nicht so läuft, wie es angedacht ist.
Mich ermutigt die Aussage von Paulus, weil er das aus eigener Erfahrung berichtet. Er sagt es, weil er das Leid durchgemacht hat. Es ist sicher keine Schande, sich in guten Zeiten schon einmal Gedanken zu machen, wie ich in Notsituationen reagieren würde? Ab welchem Ereignis würde ich denn von einer Notsituation reden? Das fällt bei uns sicher unterschiedlich aus. Jeder hat so in Gedanken seine Schmerzgrenze, was noch erträglich ist. Von Paulus wissen wir, hier war selbst die Schmerzgrenze überschritten und es war einfach zu viel. Solche Erfahrungen stellen unseren Glauben auf den Prüfstand. Das gibt es im technischen Bereich und erfüllt dort eine wichtige Funktion. In vielen Forschungsreihen werden Produkte auf ihre Belastbarkeit untersucht. Ob das ein neuer Staubsauger oder ein neues Auto ist. Tests, die die Qualität sicher stellen sollen. Dort hat das auf jeden Fall seinen Platz. Oft hängt unser Leben an solchen Überprüfungen. Aber können wir das so einfach auf die Erfahrung unseres menschlichen Lebens übertragen? Es geschieht jedenfalls immer wieder. Christen wie Nichtchristen stehen oft vor enormen Herausforderungen, die uns auch wir Prüfungen erscheinen. Für Glaubende ist es ja auch die Auseinandersetzung mit der Vorstellung, die wir von Gott haben. Ich weiß ja auch nicht, wie ich mich in schwierigen Situationen verhalte und ob ich danach gestärkt oder gebrochen daraus hervorkomme.  Ich kann mich jedoch darauf verlassen, dass ich auch wenn ich solche Spannungen erlebe nicht aus Gottes Gegenwart und Liebe verliere. Meine menschliche Vorstellung, wie gut oder schlecht es mir geht, ist dafür nicht entscheidend. Gottes Ja zu mir gilt. Ich bin ganz Mensch in dieser Welt mit all den Herausforderungen, die es gibt. Und ich bin ganz Kind Gottes, wo ich Halt erfahren kann. In der Auseinandersetzung und der Bewältigung mit Leid bekommt die Aussage: "Mir geht es gut" einen ganz neuen Stellenwert. Das wachsame Wahrnehmen von Leiderfahrungen macht mich doch sensibel und bewahrt vor Gleichgültigkeit. Auch heute können wir unsere Worte gestalten, dass sie von Hoffnung geprägt sind.    

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