/ Wort zum Tag

Daniel 9,4; 5

Bibelvers

"Ich betete aber zu dem HERRN, meinem Gott, und bekannte und sprach: Ach, Herr, du großer und heiliger Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten! Wir haben gesündigt, Unrecht getan, sind gottlos gewesen und abtrünnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten abgewichen."

Daniel 9,4; 5

Das heutige Wort zum Tag ist ein Gebet und noch dazu ein seltsames Gebet. So scheint es auf den ersten Blick. Hören wir auf das, was da gebetet wird: „Ich betete aber zu dem HERRN, meinem Gott, und bekannte und sprach: Ach, Herr, du großer und heiliger Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten! Wir haben gesündigt, Unrecht getan, sind gottlos gewesen und abtrünnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten abgewichen.“

Das Gebet beginnt nicht mit: „lieber Gott“. Es heißt da: Du großer und heiliger Gott, wörtlich heißt es sogar: du furchtbarer Gott. D.h. Gott ist zu fürchten bzw. ernst zu nehmen. Reden Sie Gott so an?

Es ist Daniel, der so betet. Er war als junger Mann mit vielen seiner Landsleute nach Babylon deportiert worden. Weg von der Heimat und dem Tempel!

Israels Gott hatte sein Volk lange gewarnt. Aber es hatte nicht auf ihn gehört, seinen Bund nicht gehalten. Trotz vielfältiger Warnungen der Propheten hatten die Menschen Gott nicht von Herzen geehrt. Sie hatten seine Gebote nicht gehalten, ihn nicht geliebt. Lange hatte das keine Konsequenzen. Aber dann tat Gott doch, was er gesagt hatte. Die Elite des Volkes war nach Babel gebracht worden. Ganz einfach: Gott tut, was er sagt. Die Deportierten konnten es nicht fassen! Gott meint es wirklich ernst! Das konnte doch nicht wahr sein! Sicher würden sie bald wieder zurückkehren können.

Aber der Prophet Jeremia schrieb ihnen einen Brief. Darin nahm er ihnen die Hoffnung auf eine rasche Rückkehr. Sie sollten sich in der Fremde häuslich einrichten. Erst nach siebzig Jahren würde Gott sich ihrer erbarmen. Daniel kannte den Inhalt des Briefes. Und nun tut er etwas Erstaunliches. Er betet ausgerechnet zu dem Gott, der sie so gestraft hat. Er nennt ihn Jahwe, HERR. Damit betet er zu dem Gott, der mit Israel einen Bund geschlossen hat. Und er nennt ihn: mein Gott.

Er hat erkannt, dass dieser Bundesgott recht hat. Das drückt er aus, indem er die Bundestreue Gottes rühmt. An Gott hat es also nicht gelegen. Er ist treu, er hält den Bund. Daniel gesteht: „Wir haben gesündigt, Unrecht getan, sind gottlos gewesen und abtrünnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten abgewichen.“

Daniel hatte sich auch in der Fremde treu an seinen Gott gehalten. Und doch stellt er sich unter die Schuld des Volkes. Er gibt zu: Gott, du hattest recht. Du hast gemeint, was du gesagt hast, du furchtbarer Gott.

Aber nun kommt der springende Punkt. Wenn Gott meint, was er sagt, dann gilt das doch auch für seine Verheißung! Daniel wagt sich vor diesen großen, heiligen, furchtbaren Gott und gibt ihm recht. Dann aber packt er ihn bei seinem Wort. Die Verheißung war ja: Nach siebzig Jahren wollte sich Gott seines Volkes erbarmen. Und diese siebzig Jahre sind fast um. Wie die weitere Geschichte zeigte: Gott hörte auf Daniels Gebet.

Gott steht also nicht nur zu seinem Wort des Gerichts. Er steht auch zu seinem Wort der Verheißung. Das ist das Großartige an Gott.

Auch heute nehmen viele Gottes Zorn nicht ernst. Und wie ist es mit seinen Verheißungen?

In Jesus Christus bietet Gott jedem seinen neuen Bund an. In diesem neuen Bund sind wir geborgen vor dem Zorn Gottes. Ohne ihn sind wir verloren. In Jesus Christus steht uns die Verheißung der Vergebung und der Erlösung zu. Wir können dieses Angebot verachten. Dann nehmen wir Gott nicht ernst. Oder wir können es dankbar annehmen. Dann freut sich der Himmel. Dann können wir zu einem Gott beten, der zu seinem Wort steht.

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