/ Wort zum Tag

Psalm 91,14

Bibelvers

"Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen."

Psalm 91,14

Vor längerer Zeit streikte unterwegs mein Wagen. Bei Sturm und Regen blieb der Motor bei einer Autobahnfahrt plötzlich stehen. Ich konnte gerade noch zu einer Notrufsäule rollen. Von dort rief ich die Straßenwacht an und bat um Hilfe. Ich brauchte nicht lange zu warten, denn an diesem Sonntagnachmittag war nur wenig Betrieb auf der Autobahn. Der Defekt war glücklicherweise schnell behoben. Ein paar Formalitäten waren noch zu erledigen. „Name? Wohnort?” und dergleichen Dinge musste ich angeben. Dann wurde ich gefragt: „Sind Sie Mitglied unseres Automobilclubs?” „Nein.” „Wollen Sie es nicht werden?” Dann zählte mein Helfer alle die Vorteile auf, die Mitglieder des betreffenden Clubs hätten. Am einleuchtendsten war mir das, was er zum Schluss sagte: „Heute ist Ihnen schnell geholfen worden. In der Hauptreisezeit hätte das Stunden dauern können, bis eine Pannenhilfe zu Ihnen gekommen wäre. Denn bei starker Beanspruchung werden Mitglieder unseres Clubs bevorzugt bedient.” „Mitglieder werden bevorzugt bedient”. Der Gedanke lies mich nicht los. Ist das nur in Automobilclubs so? oder ist das allgemeine Regel, nach der wir oft denken und handeln? Ist es nicht überall so: Wer zu uns gehört, hat zuallererst Anspruch auf Hilfe? Wir teilen die Welt ein nach denen, die zu uns gehören und nach denen, die außen vor sind. Das ist in der Politik so, das ist Regel bei den verschiedenen Verbänden, diese Einteilung macht auch vor Familien- und Hausgemeinschaften nicht Halt. Mitglieder werden bevorzugt bedient.

Und wer nicht Mitglied ist? Der muss zusehen, wie er alleine zurecht kommt. Die Vorzüge einer Mitgliedschaft sind für ihn nicht bestimmt. So meinen manche Leute auch in Bezug auf Glauben und Kirche: Hilfe erfährt nur, wer dazugehört. Und sie ziehen Grenzen zu Menschen, die anders glauben, die ihr Leben außerhalb der von manchen Frommen gesetzten Grenzen gestalten. Haben sie recht? Ist Gott nur für ein paar Auserwählte da? Können im Ernstfall nur die mit ihm rechnen, die bestimmte Dinge erfüllt haben, wie die Mitglieder eines Automobilclubs? Nein! Jesus jedenfalls hat uns gezeigt: Er will sich allen, die ihn brauchen, unbegrenzt zuwenden. Jesus hat seine Zeitgenossen — und uns! - eingeladen: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.” Diese freundliche Einladung Jesu ist nicht begrenzbar durch die von Menschen gezogenen Grenzen irgendeiner Kirchen- oder Glaubensorganisation. Darum ist Jesus hingegangen zu den Ausgestoßenen und Randsiedlern seiner Zeit. Und diese Menschen haben in der gleichen Begegnung mit ihm erfahren: Wenn sie sich ihm anvertrauten, wurde ihr Leben neu; ihr Lebenshunger wurde gestillt.

Das Neue Testament der Bibel ist voll von Geschichten, die von solchen Erfahrungen der unterschiedlichsten Menschen erzählen. Ob jemand zur frommen Partei der gesetzestreuen Pharisäer gehörte, die verächtlich auf Andersdenkende herabblickten, oder zu den als ,,Sünder” verachteten Zöllnern, Jesus wandte sich allen mit wacher Aufmerksamkeit und mit Interesse zu. Stark und unerschütterlich hielt er an dem Auftrag seines himmlischen Vaters fest: Seinen Zeitgenossen zu zeigen, dass Gott sie liebt ganz gleich wer sie sind und woher sie kommen. Jesus fragt nicht: Bist du Mitglied in unserm Club? Wenn ja, dann kann ich dir unverzüglich helfen. Sonst wird’s schwierig für dich. Nein, frei und offen wendet er sich allen zu, die seine Hilfe suchen. Denn er ist für alle da. Und seine Leute sollen das auch sein. Gott schenke uns heute offene Augen und Ohren für die Situationen, in denen unsere Hilfe und unser Zeugnis von Jesus, dem Retter, gefragt sind. Deshalb heißt es in einem Gebet: "Der Herr spricht: Er liebt mich, darum will ich ihn erretten." (Psalm 91, 14)

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