/ Wort zum Tag

2. Korinther 5,20

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Es ist schon lange her. Aber ich werde die junge Frau nicht vergessen. Wir saßen zusammen in einer Gesprächsrunde auf dem Campingplatz und redeten über den christlichen Glauben. Dabei ging es plötzlich auch um das Thema: Warum hat Gott seinen Sohn am Kreuz sterben lassen? Ich sagte sinngemäß: Jesus ist für uns Menschen gestorben. Für unsere Schuld.

Da sagte die junge Frau ganz heftig: Das will ich nicht, dass der Jesus für mich sterben musste. Wenn ich etwas verbockt habe, dann komme ich schon selbst dafür auf. Das kann ich dann doch nicht einfach abschieben.

Mich hat dieses Gespräch noch lange beschäftigt, eigentlich bis heute. Wir sind es doch gewöhnt, dass wir für Schaden, den wir anrichten, auch aufkommen müssen oder zumindest die Versicherung, für die wir vorher bezahlt haben.

Hinter der Reaktion der jungen Frau steht die Überzeugung:  Ja, ich mache Fehler in meinem Leben, aber so schlimm sind die nicht. Jedenfalls nicht so schlimm, dass ich nicht einen Ausgleich dafür schaffen könnte. So streng kann Gott ja nicht sein. Er weiß ja, dass ich Fehler mache. Und er kann nicht mehr von mir verlangen, als ich bringen kann.

Aber dahinter steckt ein Gottesbild eines gutmütigen, milden Gottes, voller Verständnis für uns Menschen, für den Schuld und Sünde kein wirkliches Problem ist.

Wenn ich die Briefe des Apostels Paulus lese, merke ich, dass er doch eine ganz andere Auffassung hat, die in vielem quer zu unserer heutigen modernen Auffassung läuft. Gott ist heilig. Gott als unser Schöpfer ist uns Menschen gegenüber gerecht und hat seinen Willen für uns in seinen Geboten mehr als deutlich gemacht. Und es ist ganz klar: Wer sein Leben nach seinen Maßstäben ausrichtet, lebt in Übereinstimmung und Gemeinschaft mit Gott, wer seine Gebote nicht beachtet, verliert die Gemeinschaft mit Gott und das Leben und das nicht nur hier im irdischen Leben, sondern dauerhaft für alle Ewigkeit. Und wenn diese Sicht zutreffend ist, dann kann ich eben gar keinen Ausgleich schaffen für meine Schuld, schlicht deshalb, weil mir die Möglichkeit dazu fehlt.

Nicht ich, nicht irgend ein Mensch, kann einen Ausgleich schaffen für mich. Das kann nur Gott selbst.

Und Gott sei Dank. Er hat es getan. In seinem Sohn Jesus Christus. Jesus, der einzige, der ohne Schuld lebte, hat stellvertretend für die ganze Menschheit und ihre Schuld sein Leben hingegeben.

Ihm sei Dank! Er hat es getan, für uns Menschen, auch für mich. Nicht ich muss den Ausgleich schaffen, das hat Jesus längst für mich getan.

Ich darf einfach danke sagen. „Lasst euch mit Gott versöhnen“, forderte Paulus die Menschen seiner Zeit auf. Gebt die Haltung der Selbstrechtfertigung auf. Gebt die Versuche auf, selbst Gott einen Ausgleich bringen zu wollen. Dankt ihm, dass er sein Leben für euch gab, dass er eure Schuld vergibt und euch annimmt.  Das reicht! Ich will mich daran freuen,  dass ich durch Jesus mit Gott versöhnt bin. Gott tritt für mich ein. Das hat er in Jesus ein für alle Mal deutlich gemacht.


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